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Die drei Nationalökonomien : Geschichte und System der Lehre von der Wirtschaft / Werner Sombart
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Philosophie vor allem den Menschennützenprocurer...le bien general de tous les hommes und hofft das mit Hilfe seinerneuen Methode zu können, weil sie die Menschen befähige, der Natur-gewalten Herr zu werden und diese sich dienstbar zu machen.IIest possible, meint er 2 , mittels seiner Denkweise,de parvenir ä desconnaissances fort utiles ä la vie et quau lieu de cette philosophiespeculative, quon enseigne dans les ecoles, on en peut trouver unepratique, par laquelle connaissant la force et les actions du feu, deleau, de lair, des astres, des cieux et de tous les autres corps quenous environnent, aussi distinctement, que nous connaissons lesdivers metiers de nos artisans, nous les pourrions employer en memefagon ä tous les usages aux quels ils sont propres et ainsi nousrendre comme maitres et possesseurs de la nature.

Das Interesse, das der Wissenschaftler an der Welt nimmt, er-wächst nicht, wie beim Philosophen, aus der Liebe zur Welt, sonderngestattet der Welt gegenüber eine gewisse Distanz. Dem wissenschaft-lichen Gelehrten eignet eine gewisse Kühle gegenüber dem Ge-schehen der Welt. Nietzsche spricht von demkalten Dämon derErkenntnis, von einerPersonalindifferenz des wissenschaftlichenMenschen und hat gewiß recht, wenn er sagt:Die Methodik, dieForschung ist erst erreicht, wenn alle moralischen Vorurteile über-wunden sind: sie stellt einen Sieg über die Moral dar. Deshalb liegtdem wissenschaftlichen Menschen als solchem nichts ferner als Wert-urteile zu fällen. Non ridere, non lugerc, sed intellegere ist der Leit-spruch des Forschers. Kühl steht der Forscher seinem Stoff gegen-über, so heiß durchglüht sein Forschen selber sein mag, kühl undkritisch.Kritizismus ist echter wissenschaftlicher Geist, so tod-feind er aller Philosophie ist. Wie diese aus Liebe, Glauben und Ehr-furcht aufgebaut ist, so die Wissenschaft aus Kühle, Kritik und Miß-trauen. Mißtrauen ist die oberste Tugend im Reiche der Wissenschaft(wie in aller Demokratie).

Die Verweltlichung des Wissens, wie sie in der Wissenschaft er-folgt, äußert sich aber endlich noch in der Abgrenzung des Gegen-

2 R. Descart.es, Disconrs ile la methode. VIe partie. Edition E. Gilson.1925. pag. 6 r/62.