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Die drei Nationalökonomien : Geschichte und System der Lehre von der Wirtschaft / Werner Sombart
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sonderes Kennzeichen naturwissenschaftlichen Wissens. Auch diestrengsten Naturgesetze (dieMikro-Gesetze) entbehren der Not-wendigkeit.

Diese Einsicht ist dem Logiker seit Aristoteles , der schon denstreng wissenschaftlichen Charakter der Induktion geleugnet hat,nie verborgen gewesen: daß die Naturgesetze auch als allgemeinsteGesetzeinduktiv gewonnene Hypothesen (bleiben) und alles deduk-tiv von ihnen Abgeleitete ... an ihrem hypothetischen Charakter teil-nimmt 24 .Notwendigkeit kann aus der Erfahrung nicht ab-genommen werden... Die Erfahrung lehrt mich zwar,was da seiund wie es da sei, niemals aber, daß es notwendigerweise so undnicht anders sein müsse...Die Erfahrung kann uns nur zeigen,daß oft und, wenn es hoch kommt, gemeiniglich auf einen Zustandein anderer folge, und kann also weder strenge Allgemeinheit nochNotwendigkeit verschaffen . 25Jede empirische, bloß durch Induk-tion gewonnene Erkenntnis (hat) immer nur approximative, folglichprekäre, nie unbedingte Gewißheit.Sogar das allgemeinste undausnahmsloseste aller... Naturgesetze, das der Gravitation, ist schonempirischen Ursprungs, daher ohne Garantie für seine Allgemein-heit . 26Weil etwas berechenbar ist, ist es deshalb schon not-wendig ? 27 Naturgesetze sindungefähre Allgemeinheiten der Ko-existenz und Sukzession, auf Tatsächlichkeiten bezüglich, die in einemFalle so, im anderen anders sein können...Durchschnittsallge-meinheiten, von denen es heißt: ,Keine Regel ohne Ausnahme.DieInduktion begründet... nicht die Geltung des Gesetzes, sondern nurdie mehr oder minder hohe Wahrscheinlichkeit dieser Geltung; ein-sichtig gerechtfertigt ist die Wahrscheinlichkeit, nicht das Gesetz.Ihre Allgemeinheit ist also keine ,reine oder ,unbedingte, undebenso ist die Notwendigkeit alles ihnen untergeordneten, dinglichenGeschehens mit ,Zufälligkeit behaftet. Die Natur mit allen ihrenphysikalischen Gesetzen ist eben ein Faktum, das auch anders sein

24 E. v. Harlmann, Die Weltanschauung der modernen Physik. 2. Aufl.

1909. S. 2 11. *

25 I. Kant, Prolegomena. SS 2, i 4 , 33 .

20 Schopenhauer, Vierfache Wurzel usvv. S 20.

27 F. Nietzsche, Werke (Großoktavausgabe) t5, S. 3i/|.