besonderen Sphären der Kultur bestimmen und abgrenzen: Recht,Staat, Sprache, Kunst usw. Jene Ideen, die ein Urphänomen erfassenund den Geist in einem seiner Wesenszüge widerspiegeln. Für dieNationalökonomie ist diese inhaltbestimmende, abgrenzende Idee dieIdee der Wirtschaft in dem bereits umschriebenen Sinne. Ich willihren Inhalt nun noch etwas genauer dahin bestimmen, daß Wirtschaftjene Aufgabe des Menschen bezeichnet, die ihm bei der Vertreibungaus dem Paradiese auferlegt wurde: im Schweiße seines Angesichtssein Brot zu essen, das heißt in beständigem Ringen mit den Natur-gewalten, in beständiger Spannung zwischen Bedürftigkeit und Be-friedigtheit, zwischen „Bedarf und Deckung“ den wesentlichsten Teilseines Lebens zu verbringen. Wenn wir diesen Inhalt der Wirtschaftvoll ausschöpfen, so finden wir, daß stets drei Bestandteile darin ent-halten sind:
a) Die Wirtschaftsgesinnung oder der subjektive Geist; dasheißt: der Inbegriff der die wirtschaftenden Menschen bestimmendenZwecksetzungen, Beweggründe und Verhaltungsregeln.
b) Geordnetheit: Alles wirtschaftliche Handeln ist „wirksames“Handeln und somit, da der Mensch — seinem Wesen nach, wie wirsahen — in Gesellschaft lebt, ein Handeln zwischen mehreren Men-schen. Sobald aber ein vernünftiges Handeln unter mehreren erfolgt,bedarf der (subjektive) Plan, der ihm zugrunde liegt, einer Objekti-vierung, wodurch allein er richtungweisend für die mehreren wird.Einen objektivierten Plan nennen wir aber eine Ordnung. Geordnet-heit ist daher der zweite Bestandteil, den das Wirtschaften enthält.Wir können ihn gleichsam als die Form des Wirtschaftslebens be-zeichnen.
c) Technik: Da es sich bei der Wirtschaft um Sachgüterbeschaf-fung handelt, so muß der Mensch Mittel anwenden, Dinge deräußeren Natur seinem Bedarfe gemäß zu gestalten. Diese Mittel oderdieses Verfahren nennen wir Technik. Sie bildet gleichsam denStoff des wirtschaftlichen Prozesses.
Baumwollspinnen beispielsweise ist ein Vorgang des Wirtschafts-lebens. Zu ihm gehört: die Zwecksetzung des Wirtschaftssubjektes,gehören die Maximen, die dessen Verhalten bestimmen: ob Geld-erwerb, ob Bedarfsbefriedigung das Ziel ist, ob der Betrieb rationa-