Druckschrift 
Die drei Nationalökonomien : Geschichte und System der Lehre von der Wirtschaft / Werner Sombart
Seite
184
Einzelbild herunterladen
 

184

tch habe an anderer Stelle 70 die (meist unbewußt) bisher ange-stellten Versuche geschildert, die gemacht worden sind, eine solcheGestaltidee für die Wirtschaftswissenschaft ausfindig zu machen undhabe dort auch nachzuweisen versucht, weshalb alle diese Versuchefehlgeschlagen sind.

Eine Idee, die imstande sein soll, die wirtschaftlichen Erschei-nungen zu einem System zu gestalten, muß sich unmittelbar aus derIdee der Wirtschaft selber ableiten. Sie muß alle der Wirtschaftwesentlichen Züge einschließen und muß diese einzelnen Züge zueiner Einheit zusammenfassen. Nun aber nicht in ihrer abstraktengedanklichen Form, sondern in ihrer konkreten, historischen Be-stimmtheit.''*

Diesen Anforderungen genügt die Idee des Wirtschafls-systemes.

Unter einem Wirtschaftssysteme verstehe ich eine als sinnvolleEinheit erscheinende Wirtschaftsweise, bei welcher die Grundbestand-teile der Wirtschaft je eine bestimmte Gestaltung aufweisen.

Wir erinnern uns, welches die den Begriff der Wirtschaft bildenden(^Grundbestandteile sind:

x. die Wirtschaftsgesinnung;

2 . die Ordnung;

3. die Technik.

Danach können wir den Begriff des Wirtschaftssystems genauerbestimmen: es ist die als geistige Einheit erfaßte Wirtschaftsweise,die i. von einer bestimmten Wirtschaftsgesinnung beherrscht; 2 . einebestimmte Ordnung und Organisation hat und 3. eine bestimmteTechnik an wendet.

Dieser Begriff des Wirtschaftssystems erfüllt in der Tat alle An-forderungen, die wir an eine oberste, systembildende Idee stellenmüssen. Er ist umfassend genug, um alle Seiten des Wirtschafts-lebens in sich aufzunehmen, und leistet damit fruchtbarere Arbeitals die Einzelmerkmale, die in den früheren Versuchen der Syste-

70 Siehe meine Schrift: Die Ordnung des Wirtschaftslebens. 2. Aull. 1927.Dortselbst ist das Problem desWirtschaftssystems als der Gestaltidee derNationalökonomie ausführlich behandelt,