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Die drei Nationalökonomien : Geschichte und System der Lehre von der Wirtschaft / Werner Sombart
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matisierung die Rolle einer systembildenden Idee spielen sollten undnaturgemäß immer nur einzelne Seiten des Wirtschaftslebens zukennzeichnen in der Lage waren. Er ist auf der anderen Seite be-stimmt genug, um die historische Konkretheit des Wirtschaftslebenszu erfassen und erweist sich dadurch den rein formalen Ideen, wieder der Volkswirtschaft oder der Tauschgesellschaft in seiner system-bildenden Kraft überlegen. Er ist endlich allgemein genug, um aufalle erdenklichen Wirtschaftsverfassungen von den primitivsten biszu den höchstentwickelten angewandt zu werden.

Es gibt so viele Wirtschaftssysteme, als es sinnvolle Möglichkeitender Gestaltung des Wirtschaftslebens gibt. Diese Möglichkeiten sindbeschränkt durch die Beschränktheit der Möglichkeiten der Gestal-tung jedes Grundbestandteils der Wirtschaft und abermals beschränktdurch die Beschränktheit der Möglichkeiten sinnvoller Vereinigungjener Gestaltungsmöglichkeiten.

Wie das zu denken ist, führe ich im 1 3. Kapitel noch näher aus:siehe Seite aoßff.

Hier will ich nur noch einmal mit aller Entschiedenheit betonen,daß mit der Idee des Wirtschaftssystems die Nationalökonomie alsWissenschaft steht und fällt. Ohne Gestaltidee ist sie überhaupt keineWissenschaft, und eine andere, gleichverwertbare Gestaltidee als diedes Wirtschaftssystems gibt es nicht. Diese Idee und sie allein wirdeben den in derSache selbst gelegenen Anforderungen gerecht.Ich sagte oben schon: die Kulturwissenschaft ist nicht frei in derWahl ihrer Ideen, wenigstens nicht in der Wahl der Grundideen undder Gestaltideen.

( 1 *

Etwas anders ist unsere Stellung mit Bezug auf i -

si.

3 Die Arbeitsideen !

Unter Arbeitsideen verstehe ich solche Vernunftbegriffe, die unsdazu dienen sollen, innerhalb des von Grund- und Gestaltideegeschaffenen Rahmens den nationalökonomischen Erkenntnisstoffzu gliedern. Es sind also bestimmte Betrachtungsweisen,Einstel-lungen, Fragestellungen,Leitfaden für die Beobachtung (Kant), heuristische Prinzipien der Forschung, die sich von den gewöhnlichenArbeitshypothesen nur durch ihre umfassende Geltung und ihre