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etwa der Erwerbstrieb nicht mehr Vorspann ihrer Entwicke-lung wäre.
Der zweite Gesichtspunkt, unter dem ich die Beziehungenzwischen der Technik und der Wirtschaft betrachten möchte, istder des gegenseitigen Bedingtseins oder der der Ab-hängigkeit des einen von dem anderen. In welchem Um-fange, so lautet hier die Frage, ist die Entwickelung des einenGebietes der Technik oder der Wirtschaft gebunden an dasVorhandensein bestimmter Zustände in dem anderen Gebieteoder einer bestimmten Entwickelungsreihe des anderen Ge-bietes? Da wollen wir zunächst auch wiederum fragen, inwelchem Umfange ist die Wirtschaft bedingt durch die Ent-wickelung der Technik, angewandt auf das moderne Wirtschafts-system. Da muß die Antwort lauten, unser kapitalistischesWirtschaftssystem ist zunächst in seiner Existenz schlechthin aneinen bestimmten Entwickelungsgrad der Technik geknüpft. Esmuß nämlich, damit überhaupt Kapitalismus , d. h. damit einProfit möglich sei, die Produktivität der Arbeit einen ent-sprechend hohen Grad erreicht haben. Dieser Entwickelungs-grad der Produktivität der Arbeit ist bedingt im wesentlichendurch den Entwickelungsgrad in der Höhe der Technik; somitist Kapitalismus in seinem Bestände an eine bestimmte Technik,richtiger an eine bestimmte technische Leistungsfähigkeit gebunden.
Es ist aber die Entwickelung kapitalistischer Wirtschafts-weise erst recht an die Entwickelung der Technik gebunden,denn die kapitalistische Wirtschaftsweise ist im wesentlichen ab-hängig von der zunehmenden Möglichkeit der Differenzierungund Jntegrierung, von der wir vorhin sprachen, bezw. von derfortschreitenden Fähigkeit, für ein großes Gebiet Waren zuerzeugen, Waren thunlichst bestimmter Eigenart. Nun wissenwir schon seit Adam Smith , daß die Voraussetzung dafür,