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Eisen das man vermittels der Holzkohle aus den Erzen schmelzteund ebenso weiter verarbeitete, dann das Glas, das Porzellan u. a.Viel mehr als heute müssen wir uns industrielle Anlagen (kleinenUmfangs) über das Land zerstreut, aber namentlich inmitten desWaldes, am rauschenden Waldbach (dessen Kraft man nutzte, eheder Dampf seine Alleinherrschaft errang) gelegen denken. Wirhaben eine hübsche Schilderung eines solchen idyllischen Eisenwerksaus jener Zeit, die Sie, verehrte Freuudiu, sicherlich oft zitierthabeu, ohne darauf zu achten, daß uns in ihr das typische Bildder alten Eisenindustrie überliefert ist:
„Des Wassers und des Feuers Kraft
Verbündet sieht man hier;
Das Mühlrad, von der Flut gerafft,
Umwälzt sich für und für;
Die Werke klappern Nacht und Tag,
Im Takte pocht der Hammer Schlag,
Und bildsam von den mncht'gcn Streichen
Muß selbst das Eisen sich erweichen."
Aber auch wenn wir in ein Dorf einfahren, vernehmen wirvon gewerblicher Tätigkeit noch mehr als heute: wir sehen dieBäuerin spinneu, hören das Weberschiffchen klappen, finden denBauern hinter Hobelbank und Schraubstock oder an der Loh-grube beschäftigt und Schuster und Schneider bei den Bauernzu Gaste. Unsere Studien werden uns belehren, daß diese Wahr-nehmungen nicht auf Täuschung beruhten, auch keine zufälligengewesen waren.
Und die Dörfer selbst, wie schauten sie aus? Das wäre eininteressantes Kapitel für sich, davon zu erzähleu, aber es würdedoch wohl allzu laug ausfallen. Denn was das Eigenartigejener früheren Zeit ist, sind gerade die Unterschiedlichkeiten in derAnlage der Dörfer und iu der Bauart der Häuser. Eiu wenigist ja davon auch heute noch erhalten: der Niedersachse und derOberbayer siedelt in einzelnen Höfen, der Schwabe, der Thüringer ,der Schlesier und andere Stämme wohnen in Dörfern zusammen,heute wie damals. Aber doch sind die charakteristischen Typen derHäuser mehr und mehr verschwunden: Stroh und Schiudeln sinddurch Ziegel und Schiefer verdrängt, und das Stadthaus erobert