Drittes Kapitel.
Die innere Organisation des Wirk-schaftsleoens.
I. Die Agrarverfassung.
Was ich in diesem Kapitel schildern will, ist die innere Strukturdes deutschen Wirtschaftslebens vor hundert Jahren, wie sie indem Wirtschaftssysteme, wie ich es nenne, zum Ausdruck kommt.Ich meine damit vor allem den Geist, der das Wirtschaftslebenbeherrscht, die Eigenart der Willensrichtung, der Gedanken- undEmpfindungswelt der die wirtschaftlichen Verhältnisse beeinflussen-den Personen. Ich denke aber auch an alle die Tausende vonBeziehungen, die sich zwischen den Allgehörigen eines Staatesknüpfen, wenn sie ihre wirtschaftlichen Zwecke verfolgen, also andas, was man die Ordnung des Wirtschaftslebens nennen kann.Ich habe über alle diese Dinge in theoretischer Betrachtungsweiseausführlich in meinem Kapitalismus mich ausgelassen und mußwiederum bitten, jenes Werk zur Hand zu nehmen wem an einersystematischeil Erfassung jener Erscheinungen gelegen ist. Hier sollder Leser mit spitzfindigen Erörterungen nicht gequält werden.Ich will wieder nur schlicht erzähleu, wie es in der bezeichnetenRichtung in Deutschland vor hundert Jahren aussah, will demLeser wiederum vor allem die Anschauung von den Dingen zuverschaffen suchen.
Wollen wir einen einheitlichen Grnudzug in der wirtschaft-lichen Organisation jener Zeit ausfindig machen, der diese vonder unserigcil, wie wir sie noch kenneil lernen werden, unterscheidet,so wird dies, scheint mir, die Gruppierung aller wirtschaft-
Sombart, VollSwittschnft. 4