5l!
Die treibenden Kräfte.
in den wirtschaftlich rückständigen Ländern, nicht zuletzt in denKüstengebieten Deutschlands , das heißt also eine günstige Konjunkturfür das landwirtschaftliche Exportgewerbe. Gleichzeitig damit erlebtnun aber Deutschland seit dem Ausgang des achtzehnten Jahr-hunderts eine sehr beträchtliche Vermehrung seines Vorrats anEdelmetallen, wodurch abermals zunächst eine preissteigernde Wirkungerzielt werden mußte.
Jene Vermehrung war erstens die selbstverständliche Folgeeiner zunehmend aktiven Handelsbilanz in jenen Jahren: d. h.eines starken Überwiegens des Wertes der Ausfuhr über den derEinfuhr. Sie werden wissen, daß bei einer derartigen Konstellationdas Land mit der sogenannten günstigen Handelsbilanz Bargeldals Bezahlung für seine Mehrausfuhr vom Auslande erhält.
Zweitens war es die Steigerung der Silberproduktion inDeutschland selbst, wodurch der Vorrat an Edelmetallen in jenemZeitraum eine Vermehrung erfuhr. So betrug beispielsweise dieSilbergewinuung von 1767 bis 1771 in den Gruben bei Freiberg 131 205 Silber-Mark (zu etwa 40 Mark heutiger Währung), inallen übrigen sächsischen Gruben 21 624 Mark; dagegen von1797—1801 die erstere 241 297 Mark, die letztere 36 397 Mark.
Drittens traf eine Reihe von Umständen zusammen, die aufdirektem Wege die Zuführung erheblicher Geldsummen nach Deutsch-land bewirkten.
Just wie ein paar Menschenalter später, ist es großenteilsfranzösisches Geld gewesen, mit dem Deutschlands Volkswirtschaftbelebt wurde. Erst sind es die Emigranten, die in Scharen nachDeutschland strömten und die, wie man weiß, nicht mit leerenHänden kamen. In Hamburg ließen sich acht- bis zehntausendFranzosen, in Altona viertausend Franzosen nieder. Ihnen geselltensich dann zahlreiche reiche Holländer zu. Nach Beendigung derKriege kommen beträchtliche Summen, die als Kriegsentschädigungvon Frankreich zu zahlen sind, nach Deutschland. Preußen empfing1815 allein hundert Millionen Franken, einen Betrag also, derfür das damalige Wirtschaftsleben fast dasselbe bedeutete wie dieMilliarden 1871.
Aber auch auf andern Wegen erhielten die deutschen Lande