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Das Volk,
reicheren Kindersegen dieser Völker erklärt, dürfte nicht zweifel-haft sein.
Aber nicht nur die Subjekte kapitalistischer Unternehmungenschafft die raschere Bevölkerungszunahme: vor allem auch sorgt sie fürdas, was man die Objekte kapitalistischer Organisation nennenkann. Ich meine für das Vorhandensein solcher Personen, die vondem Unternehmer in seinen Dienst genommen werden können, uudan deren Existenz kapitalistische Wirtschaft nicht minder geknüpftist als au das Vorhandensein einer geeigneten Unternehmerklasse.Denn man darf nie vergessen, dasz es so lange keinen Kapitalismusgeben kann, als jedermann im Lande Unterkunft findet in derStellung eines selbständigen Produzenten (eines Bauern oder Hand-werkers) oder eines Krämers oder eines Beamten oder einesRentners oder was sonst noch den Mann zu ernähren vermag.Erst mnß es besitzlose Massen geben, die unter jeder BedingungUnterhalt annehmen, wo sie ihn fiudeu, also auch als unselbständigeLohnarbeiter, ehe Kapitalismus möglich ist.
Nun werden aber solche Massen — ich nenne sie dieÜberschuß-bevölkeruug — um so eher entstehen, je rascher die Bevölkerunganwächst. Deu uächstliegenden Fall bildet die bäuerliche Bevölke-rung. Wenn diese iu einem Tempo wie in Frankreich —Zwei-kindershstem! — sich vermehrt, so wird sie sich als solche Gene-rationen hindurch erhalten können, ohne einen einzigen Kandidatenfür den Kapitalismus zu liefern. Die vorhandenen bäuerlichenNahrungen werden genügen, um den gesamten Nachwuchs aufzu-nehmen nnd wieder Bauern werden zu lassen. Hat aber eineBauerufamilie statt zwei durchschnittlich vier oder fünf Kinder, soist ersichtlich, dasz mit der Zeit ein immer größerer Prozentsatzdieses Nachwuchses vor die Notwendigkeit gestellt wird, sich außer-halb des Rahmens bäuerlicher Wirtschaften sein Brot zu suchen.Findet er nuu nicht in der Fremde eine neue Bauernstelle, kanner uicht Handwerker oder Beamter werden, so bleibt ihm schließ-lich nichts übrig, als einem kapitalistischen Uuteruehmer seineDienste anzubieten: sei es als höherer Fuuktiouär, als Ingenieuroder Chemiker, als Kontorist oder Werkmeister, wenn seine Elternnoch genug besaßen, ihn etwas lernen zn lassen; sei es als ge-