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Das Volk.
Von der Industrie der Rheinprovinz, Berlins und anderer Ge-biete geht ein nicht unbeträchtlicher Prozentsatz auf französischenUrsprung zurück. Und ich glaube, es heißt nicht zu viel be-haupten, wenn man feststellt, daß Frankreichs Volkswirtschaft nochheute den Verlust jener Elite vou Unternehmern empfindlich verspürt.
Aber diese Einsprengung romanischer Elemente in die ger-manisch-keltisch-slawische Bevölkerung Deutschlands tritt doch anBedeutung für deu Gang der wirtschaftlichen Entwicklung ganzerheblich zurück, wenn wir sie in Vergleich stellen mit einem andernEinschlag eines ethnisch lebendigeren Volksstammes, der wie mirscheint einen Einfluß von gauz ungeheurer Tragweite auf die Ge-staltung unseres Wirtschaftslebens ausgeübt hat; ich meine natürlichden Einschlag jüdischer Elemente. Wenn man anch in der Ab-schätzung dieses Einflusses nicht so weit zu gehen braucht, wie dergrößte Jude, den das neunzehnte Jahrhundert hervorgebracht hat,Karl Marx , der schlechthin meint, daß „der praktische Judengeistzum praktischen Geist der christlichen Völker geworden" sei und „dieJuden sich insoweit emanzipiert haben, als die Christen zu Judengelvordeu sind", daß „das reale Wesen des Juden sich in derbürgerlichen Gesellschaft verwirklicht", daß mit anderen Wortenmoderne, kapitalistische und jüdische Wirtschaft identische Begriffeseien, so wird man doch zugeben müsse», daß unser Wirtschafts-leben, wie es sich im neunzehnten Jahrhundert gestaltet hat, ganzundenkbar wäre ohne die Mitwirkung der Juden. Stellt man sichauf den Staudpuukt der nenzeitlichen Entwicklung des Wirtschafts-lebens, betrachtet mau die Entfaltung kapitalistischen Wesens unddamit die Freisetzung starker produktiver Kräfte als einen Fortschritt,legt man Wert ans den Rang, den ein Land heute auf dem Welt-markte einnimmt, so kann man gar nicht umhin, die Existenzjüdischer Wirtschaftssubjekte als einen der größten Vorzüge anzu-erkeuuen, über die dieses Land in ethnischer Hinsicht verfügt: si le^uif n'existait xa«, il tauärait l^inventei-. Das werde ich wohl,umstritten wie diese wichtige Frage ist, etwas eingehender begründenmüssen, so schwer es hält, in völlig einwandsfreier Weise hier dieZusammenhänge klarzustellen.
Ist es schon in jedem Falle ein gewagtes Beginnen, von einem