D.materiale Prinzip d.uwd, Technik: Emanzipat, v.d. Schrank, d. Organischen . 1<ZZ
Zwar nutzte die Menschheit vor dem neunzehnten Jahrhundertauch schon Wasser und Wind neben den tierischen und mensch-lichen Organismen als treibende Kräfte. Aber ganz abgesehendavon, daß sie weit zurücktraten an Bedentuug hinter den organi-sierten Kraftspendern: was sie diesen ähnlich erscheinen ließ, warihre Gebundenheit an Ort und Zeit. Die Lauueu der Nixleinund des Windgottes entschieden allein, ob und in welcher Rich-tung und wann die Menschen des Wassers und des Windes Kraftnutzen sollten. Erst seit die Spannung des Wasserdampfes unddes elektrischen Stromes in ihrer Verwendbarkeit für die Technikerkannt war, erschloß sich der Menschheit in der toten Natur eineKräftequelle, über die sie nach Quantität und Qualität beliebigverfügen konnte. Der Übergang zu Dampf und Elektrizität alstreibenden Kräften ist also recht eigentlich ein Akt der Emanzipation,der ganz besonders deutlich auf die Eigeuarteu modern-naturwissen-schaftlicher Betrachtung sich zurückführen läßt.
Und wie die mechanische Kraft, so beherrscht der anorganischeStoff die neue Zeit: das Eisen, der künstliche Dünger, die Anilin-farbe usw.
Aber was nun das Wichtigste ist: auch die modernen Verfahrungs-weisen, die Arbeitsmethoden atmen denselben Geist. Auch siedrängen nach Befreiung von den Schranken der organischen Welt.Deutlich tritt diese Tendenz zu Tage iu allen chemischenIndustrien, die ja doch recht eigentlich auf dem Gedanken einerkünstlichen Synthese nützlicher Stoffe aufgebaut sind. Was ehedemdas geheimnisvolle Weben des Waldes, die Blüte der Pflanze, derOrganismus des Tieres zu Tage förderten, das entsteht jetzt aufKommando in der Retorte oder der Muffel des Chemikers: Wohl-gerüche und Wohlgeschmäcke, Farben und Faserstoffe, Düngemittelund Beleuchtungsmaterial.
Ist das chemische Verfahren vornehmlich dazu bestimmt,
tierische und pflanzliche Organismen bei der Erzeugung von
Gebrauchsgütern entbehrlich zu machen, so läuft das maschinelle
Verfahren in seiner Grundidee darauf hinaus, die Güter-
herstelluug von der Mitwirkung des lebendigen Menschen zu
befreien. Das ökonomische Prinzip der Maschine, über das ich
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