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Die deutsche Volkswirtschaft im neunzehnten Jahrhundert / von Werner Sombart
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Banken und Börsen.

die 1846 im Geld- und Kredithandel im Preußischen Staat beschäftigtwaren, sich auf 442 Handlungen verteilten, also 442 Prinzipalennur 658 Gehilfen aller Art gegenüber standen! Und auch 1858lagen die Dinge noch nicht wesentlich anders, wenn auch einekleine Konzentrativnstendenz sich nachweisen läßt: in 602 Ge-schäften waren 1172 Hilfspersonen tätig, also durchschuittlich dochschon annähernd zwei. Dagegen verteilten sich die 17 896 Per-sonen des Jahres 1895 ans nnr 2 763 Geschäfte, in denen also15133 Gehilfen aller Art gezählt wurden, das sind also fünf bissechs Hitfspersonen durchschnittlich in einem Bankhause. Auch fürdie Zeit von 1882 bis 1395 läßt sich noch eine Konzentrationnachweisen. Zunächst nehmen die ganz kleinen Geschäfte, in denengar keine HilfsPersonen beschäftigt werden, zwar noch nicht absolut,aber doch verhältnismäßig ab. Im ganzen sind sie heute eine(Zuantits^IiAsg.bIe: von 1000 Personen entfallen auf sie imJahre 1895 mir noch 44 (gegen 55 im Jahre 1882). Dann aberdas ist besonders charakteristisch wachsen die ganz großen aufkosten der großen lind mittleren Geschäfte. Banken mit einemPersonal von 50 und mehr Personen gab es 1882 im deutschenReich erst 28 mit einer Gehilfenschaft von 2 697, dreizehn Jahrespäter jedoch schon 66 mit 7 802 Gehilfen. Die in ihnen beschäf-tigten Personen haben also um 189.3 °/g zugenommen, dagegen diein Betrieben mit weniger als 5 Gehilfen tätigen Personen nurum 59.9, die iu Betrieben mit 6 bis 50 Personen beschäftigtenPersonen nur um 34.5 "/g. Im Jahre 1882 befand sich dahererst etwas mehr als eiu Zehntel (11.9°/^) sämtlicher Erwerbs-tätigen in ganz großen Bankhäusern, 1895 (letzte Zählung) mehrals ein Fünftel (21.6 °/g), während am Schlüsse des Jahrhundertses gewiß schon ein Viertel oder gar ein Drittel war. Wir dürfendas schließen aus den Angaben, die manche der Aktienbanken überdie Zahl ihrer Angestellten machen und aus denen die rapideSteigerung während des letzten Jahrfünfts, in denen sich fünfzigJahre wirtschaftlicher Entwicklung zusammendrängen, ersichtlich ist.So stieg beispielsweise die Zahl der Angestellten der DeutscheuBank von 1625 im Jahre 1895 ans 1862 im Jahre 1899, 2063(1900), 2398 (1901). Die Dresdener Bank hatte 1901 1346