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Die deutsche Volkswirtschaft im neunzehnten Jahrhundert / von Werner Sombart
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Der Handel.

port zu unterziehen, also im Außenhandel die Exporteure in denAusfuhrorten, also namentlich den Hasenplätzen. Diese Exporteureverkauften weiter an die Jmpvrthäuser des andern Landes, vondenen dann die Ware weiter wanderte zu den (vom Standpunktder Seeplätze aus)vberländischen" Hänsern mit dem Sitze imEinsnhrhafen oder in einer großen Biunenstadt. Häufig trat dannendlich zwischen diesezweite» Hände" und den kleinen Detaillistenoder Produzenten noch einedritte" Hand, die die weitere Ver-teilung in kleinere Posten besorgte. Auch im Binnenhandel fandsich der größere Teil dieser verschiedenen Händlerthpen (mindestenswohl immer drei) zusammen: Aufkäufer im Lande verkauften anMesse oder Märkte beziehende Großhändler; von diesen kauftenkleinere Grossisten, die ihrerseits den Verkehr mit den Krämern undHandwerkern vermittelten. Natürlich hatte jede Branche ihre eigen-artige Organisation. Aber die Grundzüge waren doch überall dieselben.

Die Entwicklung hat nuu, wie gesagt, vielerorts einen solchenVerlauf genommen, daß eins oder mehrere dieser Glieder aus-geschaltet sind, also der Warenbezug eiu direkterer geworden ist,bis zur völligen Beseitigung allen Handels. Ein Schulbeispielbildet der Kolonialwarenhandel. Hier hat zunächst in denmeisten Fällen eine Verschmelzung des Export- und Jmvorthausesstattgefunden: das Hamburger Impvrthaus hat drüben eine Filialeerrichtet. Höchstens verkehrt es mit einem fremden Kommissionär.Dann ist das Bestreben zu Tage getreten, dasoberlündische",verteilende Haus T. O. Schröter! auszuschalten: der Ham-burger Importeur hat durch Vermittlung von Agenten oder direktdurch Reisende die Lieferung kleinster Quautitäteu Kaffee usw.au die Krämer der Provinz übernommen. Der oberschlesischeDetaillist kauft also nicht mehr in Breslau ein, sondern direkt beimImporteur am Hafenplatze. Umgekehrt versuchen (aber wohl mitgeringerem Ersolge) die größeren Grossisten der Branche dendeutschen Importeur zu umgehen und ihren Bedars direkt imAussuhrlaude einzukaufen. Das letzte Stadium der Entwicklungwäre dann dies, in dem ein großer Konsumverein seine Kolonial-waren von den Plantagenbesitzern Südamerikas bezöge oder nochbesser: selbst drüben Plantagen unterhielte!