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Die deutsche Volkswirtschaft im neunzehnten Jahrhundert / von Werner Sombart
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Der Zentralisationsprozcsz in der Textilindustrie.

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Jahren machtigen Aufschwungs, gab es im Königreich Preußen erst204Fabriken" für leiuene Zeuge mit 3268 Stühlen, worunter30 mechanische, daneben jedoch noch 45 921gewerbsweise gehende",d. h. hausindustrielle Stühle.

Der Zentralisationsprvzeß ist am Ende des Jahrhunderts auchiu der Weberei so gut wie vollendet gewesen. Aber auch nicht vielfrüher. Die Seidenweberei ist erst in den letzten Jahrzehnte»zum geschlossenen Betriebe fortgeschritten. Von 1882 bis 1895ist die Zahl der hausindnstriellen Seidenweber um 34 381, dn5heißt aus ein Drittel der früheren Ziffer zurückgegangen. Dienicht unbeträchtliche Zahl der hausindustrielleu Weber aller Art,die im Jahre 1895 die Statistik aufweist es ist die Anlage 39zu vergleichen! stellt doch nur noch Überbleibsel dar. Das Lebenist längst aus diesen Zurückgebliebenen gewichen. Es sind ver-lorene Posten. Für die Industrie als Gauzes fallen sie nichtmehr ins Gewicht. Sie existieren nicht mehr, weil die Unternehmer Wert auf ihre Erhaltung legten, sondern weil sie wegenhohen Alters, kleinen Besitztums oder dergleichen, also aus Persön-lichen Gründen den Übergang in die Fabriken nicht mehr zu voll-ziehen vermögen. Sie sind daher zum langsamen Hnngertode vomKapitalismus, der sie uicht mehr braucht, verurteilt.

Ein ähnliches gilt von einer Reihe anderer Hausindustrien,die die Leser iu der Anlage 39 verzeichnet finden, nämlich von allendenjenigen, die eine Tendenz znr Verminderung ausweisen. Es sindeben jene in einer fabriklvsen Zeit, meist auf dem Lande, entstandeneuälteren Hausindustrien, die heute vom Großbetriebe verdrängt wordensind. Ihre Abnahme selbst in der kurzen Spanne Zeit von13 Jahren fällt so sehr ins Gewicht, daß ihretwegen die Ge-samtziffer der Hausindustriellen in Deutschland von 1882 bis 189.'.eine Verminderung erfahren hat- die Betriebe um 43 744, die Zahlder Personen um 16223, trotzdem, wie wir aus dem vorigen Ab-schnitte dieses Kapitels wissen, in einer ganzen Menge Gewerbe-zweigeu die hausindustrielle Organisation (auf Kosten des Handwerks)gegenwärtig im Vordringen begriffen ist: worüber ebenfalls dieAnlage 39 den erwünschten Aufschluß gibt. Das sind diejenigen

Hausindustrien, die ich als moderne oder auch großstädtische

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