Keine Tendenz z.Kvnzcntrativn, Spezialisat. u.Kvinbinat. d. landw. Betriebe. 491
lichen Betriebe ihre Verwendung gestattet, und von einer Kraft(der tierischen» bewegt werden, die ebenfalls dein kleinen Betriebegleicherweise zur Verfügung steht. Bewegung eines Systems vonMaschinen von einer Kraftzentrale aus, wie in vielen Industrie-zweige», war in der Landwirtschaft bisher ausgeschlossen.
Wo übrigens das Ausmaß der Arbeitsinaschine (wie z. B.der Dreschmaschine) über die Leistungsfähigkeit des kleinen Betriebeshinausgeht, ist die Beschaffung auf genossenschaftlichem Wegewiederum ein, wie es scheint, bewährtes Auskunftsmittcl geworden,um dein Kleinbetriebe Hilfe zu leisten.
Aber auch die anderen Tendenzen der Betriebsgestaltung, dienur von der Industrie her kennen (Spezialisation und Kom-bination), lassen sich in der Landwirtschaft entweder gar nichtoder doch nur in gauz verschwindender Stärke nachweisen. Zwarsindet hie uud da (meist weil Boden oder Klima es erheischen) eineBevorzugung einzelner Produktionszweige, etwa der Viehzucht gegen-über dein Ackerbau statt, ganz kleine Wirtschaften verlegen sich wohlauch ansschließlich auf die Hervorbringung eines bestimmten Er-zeugnisses (Tabak, Hopfeu oder dergl.). Aber das alles fällt dergroßen Masse gegenüber gar nicht ins Gewicht. Als fast aus-nahmslose Regel dars vielmehr gelten, daß der Grad der Spezia-lisativn in den einzelnen Landwirtschaftsbetrieben am Ende desJahrhunderts eher niedriger ist als zu Beginn, anders ausgedrückt:daß die Mannigfaltigkeit der in einein Betriebe gewonnenen Er-zengnisse heute größer ist als vor hundert Jahren.
Die Gründe dieser Erscheinuug sind jedem Landwirt ver-traut. Professor Backhaus hat sie vor einiger Zeit in einemlehrreichen Aufsatze über die „Arbeitsteilung in der Landwirt-schaft" (Conrad 1894) nrteilSvoll zusammengestellt. Es gilt zubedenken, daß schon Boden und Klima sich einer beliebigenSpezialisierung des laudwirtschaftlichen Betriebes hindernd in denWeg stellen. Es ist ferner in Rücksicht zu ziehen, daß eine Be-schränkung in der Zahl der Anbaugewächse den obersten Grund-sätzen der Statik zuwiderläuft: die Abwechseluug von Pflanzenerspart Düngung, die sonst aus künstlichem Wege dem Bodenzugeführt werden müßte. Namentlich erheischt eine rationelle
Sombart, VollSwirtschaft. 26