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Die deutsche Volkswirtschaft im neunzehnten Jahrhundert / von Werner Sombart
Entstehung
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Volkswirtschaftliches Ergebnis der Betriebssortschritte in der Landwirtschaft. 41Z

und Gartenlandes dehnte sich dementsprechend von 11.7 ans 14.6Millionen I^r ans. Im Königreich Sachsen waren im Jahre 1343als Acker- und Gartenland 785 180 Iiu, im Jahre 1900 dagegen843 760 Im genutzt. Wir werden nicht zu hoch greifen, wenn wirden Nmsaug des anbaufähigen Landes, das die deutsche Landwirt-schaft während des neunzehnten Jahrhunderts neu erobert hat, aufein Viertel bis ein Drittel der Gesamtfläche ansetzen.

Aber viel beträchtlicher ist die Steigerung, welche dieErnteerträgc während dieser Zeitspanne erfahren haben.Leider besitzen wir für die frühere Zeit (vor 1878) keine zuverlässige Gesamtstatistik der Ernteerträge im ganzen Reich. Dieziemlich übereinstimmenden Ziffern für einzelne Güter und Landes-teile lassen jedoch den Schluß zu, daß in den beiden ersten Drittelndes Jahrhunderts bereits eine Steigerung des Durchschnittsertragesbei Weizen um die Hälfte, bei Roggen, Gerste, Hafer auf dasDoppelte stattgefunden habe. Ich verweise zum Belege auf dieZiffern der Anlage 49. Aber auch in den letzten zwanzig bisfünfundzwanzig Jahren, für die wir die vergleichbaren Zahlen derReichsstatistik besitzen, hat sich der Durchschnittsertrag weiter umein Beträchtliches gesteigert. Bei Roggen nnd Kartoffeln abermalsum S0°/g, bei den übrigen Nährfrüchten nm etwa ein Drittel.Zu vergleichen Anlage 49.

Das Gleiche gilt für die Viehzucht. Auch hier ist das Er-gebnis eine starke Vermehrung des Viehbestandes (mit Aus-nahme der Schafe), wie die Ziffern der Anlage 50 ersichtlich machen,der eine Steigerung des Lebendgewichts der einzelnen Tieresowie eine Verbesserung der Nassen, Erhöhung des Nutz-wertes (namentlich des Milchertrags bei Kühen) zur Seite gingen.Über die Qualitätssorlschritte laffen sich keine ziffermäszige An-gaben machen. Dagegen vermögen wir mit einiger Zuverlässigkeitdie Gewichtszunahme, namentlich beim Rindvieh zahlenmäßig fest-zustellen. Dieterici nimmt für die Jahre 1828 und 1840 gleich-mäßig das durchschnittliche Schlachtgewicht des Rindes mit 440Psnnd an, nach neneren Berechnungen iKirsrein) beträgt es jetzt8 Zentner, das würde also einer Verdoppelung annähernd gleichkommen. Nach H. Werner würde die Steigerung des Lebend-