Vierzehntes Kapitel.
Die deutsche Volkswirtschaft und derWeltmarkt.
In den Anlagen 55, 56, 57 findet der Leser das Zahlen-material, in dem die Bewegung des deutschen Außenhandels wäh-rend des verflossenen Jahrhunderts zum Ausdruck kommt. Wiederumhaben wir es mit eiucm Zweige der deutscheu Volkswirtschaft zutun, der in diesen hundert Jahren mächtig zur Entfaltung gelangtist. Die Ziffern der Handelsstatiftik sind die beliebtesten Renom-mierstücke aller fortgeschrittenen Nativnalvkonomen. Leider sindGeist und Witz, mit denen die Zahlen erörtert werden, nicht immerin gleichem Verhältnis gewachsen wie Einfuhr und Ausfuhr. Ja,weun ich den alten Krug oder den Dieterici oder den Viebahnoder den Reden oder den Bieneugräber zur Hand nehme, kommtes mir sogar manchmal vor, als seien die Leute in volkswirt-schastlichcu Dingen um so gescheiter gewesen, je weiter ihreSchristeu zurückliegen. Kommt es mir vor, als hätten die Altendie viel kleineren Ziffern wissenschaftlich analysiert, während siedie Jüngeren nur politisch paraphrasieren. Damals herrschte derMensch — ob Statistiker oder Theoretiker — über die Ziffern,heute wird er von ihnen beherrscht. Damals ging man liebevollauf den Qnalitätswert der einzelnen Zahl ein, heute steht manwie erstarrt unter dem Eindrucke der Quantitäten einer mächtiganschwellenden Bewegung. Was man aber an theoretischer Beur-teilung unserer Handelsentwickelung hat zu teil werden lassen,scheint mir in mehr als einem Punkte anfechtbar zn sein.
Wenn man auf Grund der handelsstatistischen Ziffern vonder Entstehung einer Weltwirtschaft spricht, so hat das natür-lich insofern seine volle Berechtigung, als unbestreitbar heute mehr