430
heimischen Bedarf. Ich komme bei Besprechung der Einsuhr dar-auf zurück.
Aber ich behaupte ja die fallende Exportquote auch für die„Industrie". Aus die Gründe einzugehen, die es erklärlich machen,weShalb von den wichtigsten Industrien ein immer größerer Teilder Produktion im Jnlande bleibt, ist hier ja nicht der Ort. Ichbemerke nur, daß es nicht einheitliche Ursachenreihen sind, diedasselbe Ergebnis zeitigen. Bei einigen Industrien (Montan-industrie, chemische Industrie) ist es der zunehmende Ersatz derorganisierten durch unorganisierte Materie, der die Ausweitungihres Binnenabsatzgebietes bewirkt, bei andern (Textilindustrie,Lederindustrie, Bekleidungsindustrie u. a.) der zunehmende Wohl-stand der Bevölkerung in Verbindung mit der Verdrängung hand-werksmäßiger Produktion durch kapitalistische, also mit der Ein-bürgerung des gewerblichen Kapitalismus in Deutschland selbst.Wir werden beobachten, daß eine ganze Reihe von Industrienallerdings bis in die 1370er Jahre einen steigenden Export auf-weisen, der dann aber, als die deutsche Volkswirtschaft ihre Sieben-meilenstiefeln anzieht, hinter der Gesamtproduktion zurückbleibt.
Bei Steinkohlen ist sich das Verhältnis der Produktion zurAusfuhr bis in die letzte Zeit annähernd gleich geblieben: eswurdeu vou der Gesamtproduktion ausgeführt: ^S60 14.6 "/g; ^SSO1S.3°/g; 4900 13.9°/g: also leises Ansteigen bis 1880, leisesSinken bis zur Gegenwart. Beständig gesunken seit den 1860 erJahren ist jedoch die Quote der Mehrausfuhr: sie betrug in dengenannten Jahren 12.5°/g, 11.0°/^, 7.3°/<,.
Leider ist die Berechnung der Exportquote nicht überall soleicht uud eiuwandsfrei, wie bei Steinkohlen. Bei andern In-dustrien müssen wir auf Umwegen dazu gelangen.
So stelle ich bei der Eisenindustrie die Produktion von Roh-eisen in Vergleich mit der Ausfuhr sämtlicher Eisenfabrikate (ein-schließlich Roheisen nnd Maschinen). (Immer, wenn nichts anderesbemerkt ist, sind die Ziffern nach 1870 dem Statistischen Jahrbuchsür daS deutsche Reich, diejenigen der 1860er Jahre Bienengräber,die früheren Dieterici entnommen.) Da ergibt sich, daß die Aus-fuhrmengen von den Produktionsmengen 1880 noch 40.7 1900