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Die deutsche Volkswirtschaft im neunzehnten Jahrhundert / von Werner Sombart
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Die deutsche Volkswirtschaft und der Weltmarkt.

Industrie. Diese haben immer allen Rohstoff einführen müssen.Sie taten es aber srüher vorwiegend in der Form von Halb-sabrikaten (Garn), während heute der unverarbeitete Rohstoff(Baumwolle) nach Deutschland hereinkommt. Da nun aber dasHalbfabrikat einen größeren Anteil am Werte des Gesamt-produktes hat als der Rohstoff, so machte die Einfuhr bei diesenIndustrien ehedem einen größeren Prozentsatz von der Gesamt-produktion aus als heute. Zum Belege führe ich folgendeZiffern an:

Es betrug in den Jahren 1840 bis 1842 im Zollverein diedurchschnittliche Mehreinfuhr von

roher Baumwolle 242 720 Zentner,Baumwollgarn 400 873Dagegen im Durchschnitt der Jahre 1898 bis 1900 dieMehreinfuhr von

roher Baumwolle 298 900 Tonnen,Baumwollgarn 10 900

Vor sechzig Jahren wurde das Material der deutschen Baum-wollindustric noch zu etwa zwei Drittel, heute nur noch zu einemDreißigstel in Garnsorm eingesührt. Man ermesse daran, umwieviel selbständiger, nationaler heute die große Baumwollindustriedasteht als vor zwei Menschenaltern, als sie zudem noch einDrittel mehr ausführte als heute.

Noch viel handgreiflicher tritt die Emanzipation vom Welt-markte, also vom Auslande, tritt die Nationalisierung bei den-jenigen Industrien in die Erscheinung, die Stoffe des Mineral-reichs verarbeiten, an denen Deutschland Lager besitzt. Dasgilt vor allem von der mächtigsten aller Industrien: der Eisen-industrie. Über ihren Stand im Anfang der 1840er Jahregibt eine Zusammenstellnng Auskunft, die der kundige Dieterieimacht und mit folgenden ewig denkwürdigen Worten begleitet:

Sollte im Zollverein so viel Eisen mehr Produziert werden,als derselbe (!j bei dem so außerordentlich gestiegenen Bedarf anEisenbahnschienen usw. mehr als srüher verwendet, so müßte mehrgeschafft werden nach den Zahlen von 1842: