Ob all das Federvieh, das in geradezu unglaublichen Mengennach Deutschland hereinströmt, ob die zwei bis zwei und eine halbeMillionen Zentner (!) Eier, ob die vier Millionen Zentner Obstnebenbei gewonnen werden könnten, wenn man den Pserdebestandvervierfachte, den Rindviehbestand verdreifachte, den Schafbestandverncuufachte, weis; ich nicht. Es muß aber jedenfalls in Rücksichtgezogen werden, daß der Hochwald auf das Doppelte der jetzigenFläche, der Eichenschälwald auf die dreifache Fläche, die er in seinerBlütezeit (1840 er Jahre) einnahm, ausgedehnt werden müßte, da-mit der Bedarf an Bau- und Nutzholz, sowie an Borke gedecktwerde, den wir jetzt aus den Wäldern Osterreich-UngarnS, Ruß-lands, Schwedens und Amerikas decken müssen. Verdoppelt manaber auch nur die Waldfläche, so nimmt man die Hälfte des Acker-landes (26 Millionen km) weg. Die andere Hälfte würde reichlichgebraucht werden, um Futter für den vergrößerten Viehbestand zubeschaffen. Dann bliebe für Getreideprodnktion überhaupt keinLand übrig.
Und nun gälte es, erst noch etwa 200 000 t Pflanzenspinn-stoff (außer Baumwolle), 250000 t Leinsaat, 120 000 t, Raps,Rübsaat usw. dem Boden mehr abzugewinnen als heute. Dazuwären mindestens noch einmal 200 bis 2S0 000 Iia erforderlich,die Hälfte des heute mit Rüben angebauten Areals. Von Seide,Wein oder gar tropischen Erzeugnissen gar nicht zu reden! InSumma: man wird nicht übertreiben, wenn man sagt, daß diedeutsche Volkswirtschaft heute schon auf einer zwei- bis dreimalfo großen Bodenfläche ruht, als sie das deutsche Reich mit seinenGrenzen umspannt.
Ich denke: der Leser wird jetzt wissen, was es mit einem„Einfuhrlande" für eine Bewandtnis hat.
Nun haben wir aber bisher immer nur eine Seite — fürdie frühere Zeit die Ausfuhr, für die Gegenwart die Einfuhr —in Betracht gezogen. Wie alles in der Welt hat aber auch derauswärtige Handel zwei Seiten. Wie steht es mit den jeweilszweiten Seiten?
Für ein Ausfuhrland, wie es Teutschland während der erstenHälfte des Jahrhunderts war, bietet die Herstellung einer ver-