leicht in uoch vollkommenerem Maße vermögen, wenn noch mehrvon der Getreidelieferung dem Auslande übertragen würde. Diedeutsche Landwirtschaft in ihrer heutigen Gestalt ist aber noch ineiner audern Hinsicht vom Einfuhrhandel schlechthin abhängig. Siebezog beispielsweise im Jahre 1900 au Futtermitteln, künstlichenDüngern und andern Förderungsmitteln ihres Betriebes für etwa430 Millionen Mark vom Auslande. Weil sich min aber dieNaturbasis, auf der die deutsche (wie einstweilen jede) Volkswirt-schaft ruht, unmittelbar (durch Einführung fremder Bodenerzeugnisse)und mittelbar (durch Steigeruug der landwirtschaftlichen Produktionim Jnlande) so beträchtlich ausgeweitet hat, ist es einem wachsen-den Teile der Bevölkernng möglich geworden, sich der Stoff-veredluug zuzuwenden, ist es vor allem möglich geworden, ueueIndustrien auf der Grundlage unorganisierter Materie aufzubauen,die doch erst denkbar sind, wenn das ?i-ocluit, net des Bodenseine bestimmte Höhe erreicht hat. Nun liegt aber Deutschlands Stärke gerade in diesen, sagen wir „unorganischen" Industrien,weil es von der Natur begünstigt ist mit Stvffvorräten, die dieseverarbeiten. Die hierin gebundenen produktiven Kräfte sind alsoerst frei geworden, nachdem sich die entsprechenden Bodenüberschüsseangehäuft hatten. Diese Anhäufung ist nicht zuletzt das Werkunseres Einfuhrhandels: direkt, wie wir gesehen haben, aber wienun noch vermerkt werden muß, auch indirekt: sofern er (durch Zu-führung von Rohstoffen usw.) die industrielle Entwickelung im Laudebefördert, die allein der einheimischen Landwirtschaft den Antriebzur Steigeruug ihrer Erträge bietet. Und deshalb besitzt der Einfuhr-handel diese entscheidende Bedeutung für die deutsche Volkswirtschaft.
Mit der Zeit werden wir Wohl dahin kommen, einzuführenohne auszuführen (England bezieht hente schon die Hälfte der Ein-fnhrmengen vom Auslande unentgeltlich). Einstweilen bedürfenwir noch der Warenausfuhr, dereu volkswirtschaftliche Funktionalso wesentlich darin beruht, die Einfuhr zu ermöglichen. Ohnediese aber könuten wir vielleicht hente kaum die Hälfte unsererBevölkernng als ein Kulturvolk erhalten. Ob das alles sehr ver-gnüglich ist, bleibe dahingestellt. Aber kommt es denn darauf au?