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Wirtschaft und Kultur,
Teutschland zu folgendem Ergebnisse, das ich der Kuriosität halberhier noch mitteilen will. Deutschland besaß eine Kraft von Mill.Fnßtounen täglich
Hand
Pferde
Dampf
Zusammen
Fußtonnen aufden Einwohner
1840
2700
7 500
160
10360
310
1800
3200
9100
3400
15 700
415 -
1895
4260
11500
30 600
46360
900
Die verschiedenen Zahlen, so anfechtbar jede einzelne ist,gewiuneu dadurch an Bedeutung, daß sie übereinstimmend zu dem-selben Ergebnis gelangen, zu dem auch andere zuverlässigere Spezial-studieu fähren (wie ich sie in dein voraufgehenden Buche ange-stellt habe): dem nämlich, daß wir jedenfalls während des ver-flossenen Jahrhunderts eine starke Steigerung unserer Produktivität,eine sehr beträchtliche Vermehrung des verfügbaren Gilterquantumsund zwar sicher eine das Bevvlkerungswachstnm überholende Zu-nahme des Nationalreichtums erlebt haben: ob wir nun dreimaloder viermal oder füufmal so reich sind als am Anfange des Jahr-hunderts wird sich niemals einwandsfrei feststellen lassen, ist aberauch ziemlich gleichgiltig. Entscheidend ist die Tntsache des Neicher-gewordenseins: will sagen auch in der Güterwelt ist ein Mehr,ein Viel, eine Menge, eine Fülle, eine Masse das charakteristischeEndergebnis der Entwickelung im verflossenen Jahrhundert.
Wenn viele Menschen viele Güter konsumiereu, so entstehtein massenhafter Konsum, und für das nächste Mal ein massenhafterBedarf. Dieser wird nun leicht zu einem Massenbedarf, d. h. zueinem Bedarf nach gleichartigen Güteru, namentlich weitn (was inunserer Zeit der Fall war) der Zunahme des Verbrauchs nicht eineentsprechende Differenzierung des Geschmacks zur Seite geht. DerMasseubedarf aber wird Veranlassung zu neuen Formen der Be-darfsbefriedigung, die ich als Kollektivisierung des Konsums be-zeichnet habe uud die zumal in den modernen Großstädten heutebereits eine große Rolle spielt: Mietskaserne! Vergnügungslokale!Städtische Gas-, Wasser- und Elektrizitätsversorgting! ÖffentlicheVerkehrsanstalten!