Feudaler und bourgeoiser Reichtum.
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wie alles, was Vermögen besaß, zu ihr.. Heute ist nicht uur eineneue Klasse reicher Leute uebeu ihr erstanden, sondern dieseParvenüs sind auf ihren Kvntorstühlen und Hauptbüchern so sehrin die Höhe geklettert, daß sie die feudale Klasse überragen.
Irgendwelche ziffermäßige Angaben über diese, ihren Um-fang, ihren Reichtum zu machen, ist noch viel schwieriger wie beider Bourgeoisie. Man mag ihr etwa alle adligen Großgrund-besitzer im Osten der preußischen Monarchie zuzählen, über derenAnteilverhältnis ich im dreizehnten Kapitel einiges mitgeteilt habe.Zicher ist, daß wir die Gentilhommerie auf dem Lande und imOsten zu suchen haben. Dann lassen sich aber über ihren Reich-tum im Verhältnis zum bourgeoisen Reichtum wenigstens einigeAndeutungen machen und zwar auf Grund der preußischen Ein-kommensstatistik, wobei zu berücksichtigen bleibt, daß diese nurStadt und Laud, uicht soziale Klassen unterscheidet. Auf demLande, auch in der Landwirtschaft, gibt es aber natürlich auchvermögende Leute von Kapitals Gnaden.
Immerhin! Im Jahre 1900 wurden in Preußen an Ein-kommensteuer aufgebracht von den Zensiten mit 9500 bis 30 500Mt.Einkommen
in den Städten 24.9 Millionen Mark,
auf dem Laude 4.8 „mit 30 500 bis 100000 Mark
in den Städten 19.2 Millionen Mark,
auf dem Lande 4.0 „ „mit mehr als 100000 Mark Einkommen
in den Städten 21.6 Millionen Mark,
auf dem Lande 5.3 „Aber mag die Llasss ksocials in dem verflossenen Jahrhundertauch an Reichtum verloren haben: an politischer Macht undgesellschaftlicher Geltung hat sie keine Einbuße erlitten. Mandarf vielleicht sagen: am Ende des neunzehnten Jahrhundertswird in Deutschland oder wenigstens in Preußen , wo die Gentil-hommerie ja ihren Hauptsitz hat, feudaler regiert als im An-sang, als Thaer , Schön und Hardenberg die Gesetze machten.Und das soziale Ansehen, das unser Junkertum heute noch