Aus den englischen Blanbiichern, 13
Ich habe absichtlich ausführlicher über die Ergebnissejener berühmten englischen Enqueten berichtet und habemich absichtlich dabei wörtlich an die Originalfassung ge-halten und ohne Zwischenbemerkungen den Text wieder-gegeben. Ich habe dies getan, weil ich glaube, daß eskeine bessere Einführnng in die Probleme gibt, die wirals gewerbliche Arbeiterfrage zusammeufasseu, als einStudium der Originaltexte jener amtlichen Dokumentemodernen proletarische!: Elends. Nnr wer wenigstens füreinige Minuten sich ganz dein Eindruck hingegeben hat, denjene schrecklichen Enthüllungen auf jeden natürlich empfin-denden Menschen ausüben müssen, ist in die richtige Stim-mung versetzt, um mit der gehörigen Teilnahme die Aus-führungen über das Thema gewerbliche Arbeiterfrage an-zuhören. Die bloße Tatsache, daß vor nicht viel mehr alseinem halben Jahrhundert in dem fortgeschrittensten Kultur-laude der damaligen Welt Zustände möglich gewordenwaren, wie sie die Kinderenquete uns schildert, rechtfertigtoffenbar das ernsteste Bemühen, sich genauere Kenntnis vonden Umständen jener Erscheinungen, von ihren Ursachen usw.zu verschaffen.
Fragen wir zunächst, was es denn ist, das uns sofurchtbar bei jenen Schilderungen anmutet, so ist es gewißzunächst das persönliche Elend, das wir vor unseren Augenausgebreitet sehen, nnd das das natürliche Mitleid inunserer Brust rege macht. Es jammert nns der kleinenausgehungerten Kinder, die wir in den Bergwerken undFabriken ihr freudloses Dasein verbringen sehen; es jammertuns der verkrüppelten Gestalten, die bleich nnd gespeustcr-haft über die Straße schleichen; es jammert uns derHungernden, die wir brotlos beim Eintritt einer wirtschaft-lichen Krisis der Not uud dem Elend ausgesetzt finden.Aber es scheint mir doch, als ob es nicht dieses persönliche