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Die gewerbliche Arbeiterfrage / Werner Sombart
Entstehung
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37
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Das Wesen der gewerkschaftlichen Organisation. 37

faßt wird. Tann ließ sich natürlich, wenn die gelverblichenLohnarbeiter auch beteiligt waren, ein Eingehen nicht ver-meiden. Tafür habe ich wenigstens insofern meine Auf-gabe zu beschränken versucht, als ich nach Möglichkeitnur von den Problemen gehandelt habe, die das Lohn-arbeiterverhältnis im engeren Sinne, daS heißt im Rahmender kapitalistischen Unternehmung stellt. Ausgeschiedenwurden demgemäß die Verhältnisse im Handwerk und un-berücksichtigt blieben auch die Arbeiter und Augestelllcn deröffentlichen Körper.

III. »apitel.

Die gewerkschaftliche Arbeiterbewegung.

I. Das Wesen der gewerkschaftlichen Organisation').

Tie Gcwerkvereine oder wie sie sonst auch heißen: dieGelverkschaflen, Fachvereine, die englischen IrMs Ilnionk,die französischen sviräioats omi'iöi'8. die italienischen Looietiiopsi'kus <M rsÄstsllW) und ähnliche Gebilde, in denen sichdie modernen Lohnarbeiter zur Währung ihrer Interessenzusammenschließen, zähle» zu der in unserer Zeit zu beson-derer Blüte gelangten Gruppe der Berussvereine, obwohlsie wesentlich von andern, echten Berufsvereinen, wie esetwa die Zünfte der alten Zeit waren, abweichen. Wennman sie, in denen die moderne Lohnarbcitcrschaft sich or-ganisiert,Arbeitcrgilden" genannt hat, um damit ihre Ver-wandtschaft mit, ja sogar ihre Abstammung von den altenHandlverkergilden zum Ausdruck zu bringen, so ist das dochnur mit erheblichen Einschränkungen zulässig. Tenn geradein dem, was die Gcwerkvereine der Gegenwart von denHandwerkerzünften und selbst den Gesellenverbänden derVergangenheit unterscheidet, müssen wir einen wesentlichen

>) Vgl. hierzu deö Bersnsscrs SchriftDennoch! Au>5 Theorie »ndGeschichte der gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung". Jena 1900.