Das Wesen der gewerkschaftlichen Organisation. Zg
Aber die modernen Gewerkvcrcine sind ans der andernSeite mehr als Nur-BerufSverbände — und unterscheidensich auch darin von den alten „Gilden" —, weil sie wenigerals alle Berufsangchörigen umfassen. Sie sind ja Verbändevon Lohnarbeitern, also von solchen Berufsgcuosseu, die ihrganzes Leben lang immer nnr in einer Sphäre beruflicherTätigkeit, in der der ausführenden Arbeit vcrharreu undder Regel nach nicht in die andere Sphäre, die der organi-sierenden oder leitenden Arbeit oder unter Umständen auchNichtarveit, hiuübertreten. Tie ehemalige Einheit der Be-rnfsangehörigkeit ist zerrissen, es gibt in jedem Berufe, indem kapitalistische Produktion herrscht, die scharf geschiedenenGruppen der Unternehmer, denen die oberen Beamtengroßer Werke oft nahe kommen, nnd der Arbeiter. Es istnnr eine Spielerei, beispielsweise von einem Berufe der„.vammerschmiede" in unserer Zeit uoch sprechen zu wollennnd in ihm nichts als eine Hierarchie allmählich abgestufterArdeitergruppen zu erblicken, die Reihe also uuuuterbrocheuvon dem hundertfache» Millionärunternehmer bis zumletzten .vandlanger fortzuführen. Tas eben ist ja geradeder Unterschied gegen die frühere Ordnung. Früher warder Geselle nur angehender Meister, der Meister ehemaligerGeselle. Hentc ist zwischen Unternehmern und Arbeiter-schaft eine unüberbrückbare ^luft! die beiden rekrutierensich ständig aus verschiedenen sozialen Klassen, und es machteinen bestimmenden Zug der modernen Gcwcrkvereine aus,daß sie stets nur Angehörige der Lohnarbeiterklasse zu Mit-gliedern haben. Es würde ein Berufsverband keiu Gewerk-verciu seilt, der in dieser Richtung nicht exklusiv Wäre. TieAbgeschlossenheit äußert sich also iu einer andern Richtungals früher. Ehedem war sie eine solche zwischen Berufen,aber nicht immer zwischen den Angehörigen eines uud des-selben Berufs, heute besteht sie zwischen den verschiedenen