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Die gewerbliche Arbeiterfrage / Werner Sombart
Entstehung
Seite
70
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Die Koiijumeiitcnorgamsationeil.

beschränkt, sic umfcissen aus absehbare Zeit immer nur einenkleinen Kreis von Arbeitern, helfen diesen mir in einemTeil ihrer Not nnd vollbringen diese Hilfe anch nur nntcrdein Beistande der staatlichen Zwangsgesetzgebnng. Ta5sind die Gründe, die es notwendig erscheinen lassen, daßneben die Selbsthilfe der Arbeiter die Staatshilfe tritt, daßalso die soziale Reform nicht den Organen der Arbeiter-schaft allein überlassen, sondern von den Vertretern deröffentlichen Interessen, Staat und Gemeinde, ebenfalls indie Hand genommen wird.

Von den einzelnen Gebieten dieser Staatshilfe handelndie Kapitel V bis IX. Ehe ich jedoch zu ihnen gelange, mnßich die Aufmerksamkeit des Lesers noch für einen Augenblickmit dem Hinweis ans ein zweites wichtiges Gebiet in An-spruch nehmen, ans dem die Arbeiter aus eigener Initiativesich wesentliche Vorteile erkämpft haben: die ttonsumeuteu-organisationen.

IV. Kapitel.Die Konsumentenorgauisationen.

Während die gewerkschaftliche Organisation im wesent-lichen dazn bestimmt ist, die .Einnahme des Arbeiters zuvergrößern, dient eine andere Form genossenschaftlichen Zu-sammenschlusses dazu, seine Ansgabcn zn verringern! dieKonsnmvereine. Sie werden heute vou der aufgeklärtenArbeiterschaft aller Länder in ihrer großen Bedcntnng Voll-auf gewürdigt. Und wenngleich sie nicht, wie die Gewerk-vereine, ausschließlich deu Arbeiteriuteresseu dienen, so bringenes doch die Verhältnisse mit sich, daß sie in wachsendem Um-fange gerade den arbeitenden Klassen zu gute kommen. Sindes ja doch diese, deren dürftiges und unsicheres Einkommenam ehesten eine organisierte Teckuug des Bedarfs notwendigmacht, wie sic die Konsumvereine anstreben.