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Die gewerbliche Arbeiterfrage / Werner Sombart
Entstehung
Seite
135
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Im allgemeine».

lichcn iviederum nur insoweit, als sie i» C>'rvßstädleu undIndustriezeulreu zusammengepfercht leben.

Trotzdem soll hier knrz auf die Bedeutung hingewiesenwerden, die die Gestaltung der Wohnungsverhältnisse auchund gerade für das gewerbliche Proletariat hat. Sinddie Wohnungen schlecht und teuer, uud steigen sie immerweiter im Preise, so nützen alle Reformen nichts, wie siederArbeiterschutz bringt: denn alleWiedergebnrt desMenschenim Proletarier, bei der der Arbeiterschutz Hebammendiensteverrichten soll, ist notwendig geknüpft an die Ermvglichungeines einigermaßen behaglichen Zauiilieulebeus, uud dieseswiederum hat zur Voraussetzung ein einigermaßen menschen-würdiges Heim. So nützen aber anch alle Aufbesserungendes Lohnes dem Arbeiter nichts, denn was er etwa mehrverdient, muß er doch gleich wieder für Wohnungsmielcausgeben.

Für deu gewerbliche» Lohnarbeiter gestaltet sich dieWohnungsfrage grundverschieden, je nachdem er auf demplatte» Lande und in kleine» Städten oder in Großstädte»Arbeit sindel. Tort wird es sich im wesentlichen darumhandeln, daß er überhaupt eine Wohnung findet. IhreBeschaffenheit ist nicht so wichtig, weil Luft und Licht inMenge zur Verfügung stehen, auch die Preisgestaltung wirdzu Bedenken keinen Anlaß bieten, da ja der Hauptgrundübermäßiger Wohnungsmielen in den Großstädten diehohe Grnndrente in Wegsall kommt. In Anbetracht derTatsache, daß der spekulative Häuscrbau auf dem flachenLande uud in kleinen Städten selten vorkommt, erscheint dieHerstelluug gesunder Wohnnngsverhältnisse dort recht eigent-lich als die Ausgabe der Arbeitgeber selbst. Nirgends kannsich die Fürsorge für den Arbeiter so segensreich gestallenwie auf dem Gebiete der Arbciterwohnnngen, voransgesetzl,daß der Unternehmer das Mietsverhältnis oder etwa deu