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Die gewerbliche Arbeiterfrage / Werner Sombart
Entstehung
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136
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Die Wvhunngsrcform,

snkzessiven Haus-Eigentumsenverb seiner Arbeiter nicht miß-braucht, um diese in eine unwürdige Abhängigkeit von sichzu bringen.

II. Die großstädtische Wohnungsfrage.

Ganz anders liegen die Verhältnisse in den größerenStädten, sowohl was die Übelstttude, als was deren Be-seitigung anbetrifft. Mit ihnen beschäftigen sich Theoretikerund Praktiker seit geraumer Zeit, ohne daß bisher die Be-mühungen zu einem Ziele geführt hätten.

Einen systematisch geordneten Überblick über die vouden fortgeschritteneu Sozialpolitikern heute Wohl einstimmigvertretenen Ansichten in bezug ans die Erklärung der llbel-stände im großstädtischen Wohnungswesen uud die Vorschlägezu ihrer Beseitigung enthält die im folgenden milgetcilteResolutton der Ortsgruppe Brcslau der Gesellschaft fürsoziale Reform, die sich während des Winters 1902 1903iu einer längeren Reihe von Sitzungen mit dem Gegenstandebefaßt hat. Tie Resolution stellt ein Kompromiß zwischenverschiedenen Stimmungen dar, darf also als dasMindest-prograimn" der Sozialpolitik im Augenblick bezeichnet werdenuud verdient aus diesem Grunde besondere Beachtung. TieResolution lantei wie folgt:

^. Ursachen der Mißstände im Wohnungswesen.

1. Es bestehen in allen moderne» Großstädten Übel-stände im Wohnungswesen, die eine planmäßige Reform-arbcit notwendig machen. Sie beziehen sich zum Teil aufdie Beschaffenheit der Wohnungen, die namentlich inden älteren Stadtteilen vielfach nicht den bescheidenstenAnsorderungen der körperlichen nnd sittlichen Gesundheitentsprechen, vor allem aber ans die Preisgestaltuug derMieten. Tiese ist eine solche, daß namentlich den ärmeren