68 Überblick über d, geschieht!, Entwickelung d> GcwcrbcwesenS.
bäuerlichen Eigengewerbes. Ter Bedarf an geiverb-lichcn Erzeugnissen wurde im Rahmen ursprünglich dergrößereu Stammeswirtschaften und später der kleinerenbäuerlichen Einzelwirtschaften gedeckt.
Gleichsam als gewerbliche Hilfskräfte, die den eigen-prodnziercudeu Bauern zur Seite standeu, musseu wir unsden Stab von Dorfhandwerkern denken, deren Spurensich noch heute in entlegenen Gebieten, etwa Ostdeutschlands,nachweisen lassen. Es sind gewerbliche Arbeiter, die gleich-sam im Dienste einer Dorfgemeinde stehen, die man des-halb auch treffend als Deminrgen dieser Dorfgemeindebezeichnet hat. Wir finden sie schon bei Homer , wir sindensie in den indischen Bauerugcmciudcu, wo sie den soge-nannten „Artizan Staff" ausmachen, uud wir mttsseu uns,wie gesagt, sie auch iu die Torfgemeinden der Germanenverseht denken, als diese sich iu Europa ansiedelten. DiesenTorfhandwcrkern liegen insbesondere diejenigen gewerb-lichen Tätigkeiten ob, die ihrer schwierigeren Technik wegenim Hause des Bauern nicht so leicht verrichtet werden konnten,namentlich wohl die Schmiederei nnd Töpferei. Die wirt-schaftliche Stellung eines solchen Torfhandwerkes trägt,wie gesagt, einen beamtenhaften Charakter. Er erhält vonder Gemeinde den nötigen Unterhalt geliefert nnd ist ohneoder gegen geringes Einzelentgelt verpflichtet, die in denBauernwirtschaften notwendig werdenden Arbeiten zu ver-richten. Ich sagte vorhin, daß die Spuren dieses uraltenDorfhandwerkertyps noch in der Gegenwart sich nachweisenlassen nnd will hier einen Bericht aus Nakel im Netze-distrikt wiedergeben, der uns die Stellung eines solchenGemcindcschmicdes deutlich machen kann. Es heißt dort:Die Einnahmeu des Gemeindeschmiedes sind folgende:Bar 90 Mark, 20 Zentner Roggen, 8 Zentner Gerste,10 000 Strick Torf, Brennholz, Weide, Wohnung, eiucu