Druckschrift 
1 (1904)
Entstehung
Seite
78
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78 Überblick über d, gcschichtl, Entwickelung d, Gewerbcwesens.

städtischen Produzenten ein gesetzliches Monopol gewahrtwurde. Aber auch innerhalb der Stadt selber sollte dieKonkurrenz fremder Gewerbetreibender nicht unbeschränktsein. ES wurde deshalb fremden Händlern oder gewerb-lichen Produzenten nur unter erschwerenden Bedingungenbezw, nur zu bestimmten Zeiten an den Jahrmarkttagendas Feilhalten ihrer Waren gestattet. War durch Maß-nahmen solcher Art die ökonomische Basis, auf der dieStadt ruhte, gesichert, so sorgte nun ein kunstvolles Shstemvon Vorschriften dafür, daß sich im Inneren der Stadtdie wirtschaftlichen Vorgänge in einer für den einzel-nen Konsumenten wie den einzelnen Produzenten gleichvorteilhaften Weise abspielten. Hatte man auf der einenSeite den gewerblichen Produzenten fast ein Monopolinnerhalb der Stadt und ihrer Umgegend für den Absatzihrer Erzeugnisse gegeben, so erkannte man auf der anderenSeite, daß diesen Monopolen im Interesse der Konsumenteneine Reihe von kontrollierenden Vorschriften gegenüber zustellen seien, die den Zweck hatten, die schädlichen Auswüchseder Monopolstellung der Gewerbetreibenden zu beseitigen.Taß mau bis zu einem gewissen Grade die fremde Kon-kurrenz zuließ durch Gcstattuug des Absatzes, wurde schonerwähnt. Ein weiteres Korrektiv lag in der Freigabe derhausgcwcrblichcn Eigenproduktion. Endlich aber sorgtendirekte regelnde Vorschriften dafür, daß die Konsumentenjederzeit hinreichend' mit guten und preiswerten Erzeug-nissen versorgt wurden. Um die hinreichende Menge ge-werblicher Produkte zu gewährleisten, ließ man sich vonObrigkeits wegen die Sorge für eine stets genügende Mengevon Handwerkern angelegen sein. Wurden es deren znwenig, so bemühte man sich um die Hcrbcischaffung deserforderlichen Ersatzes. Um die Qualität der Produkte zuheben, wurden Waren-Schauprüfuugen eingerichtet, wurde