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1 (1904)
Entstehung
Seite
99
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Die Schaffung der objektiven Beding, kapitalist. Wirtschaft. 99

lästig, in einer Zeit, in der das Tempo des Wirtschafts-lebens noch immer ein langsames war, in dem die Aus-maße kapitalistischer Wirtschaft noch verhältnismäßig geringwaren.

In dein Maße, wie er erstarkte, mußte ihm die staat-liche Unterstützung überflüssig, in dem Maße, wie er sichintensiv und extensiv ausdehnte, mußte ihm die staatlicheBevormundung lästig erscheinen. Sein Streben mußtevielmehr, sobald er ans seiner ersten Kiudheitsepoche heraus-trat, auf eine Rechtsordnung gerichtet sein, die der indivi-duellen Beteiligung möglichst geringe Schranken auferlegteund um diesen Preis der Freiheit selbst auf die staatlicheFörderung verzichten, d. h. die Interessen des erstarkendenKapitalismus drängten auf die Einführung eines recht-lichen Zustandes hin, den wir als Gewerbefreiheit zubezeichnen uns gewöhnt haben. Tie gewerbefreiheitlicheOrdnung des Wirtschaftslebens erscheint nämlich den Inter-essen des entwickelten Kapitalismus ebenso zu entsprechen,wie eine gebundene Wirtschaftsvcrfassung denjenigen desHandwerks gerecht wird. Es wird nützlich sein, daß ichdie Erwägungen, die zu dieser Einsicht führen, so wie ichsie an anderer Stelle bereits einmal angestellt habe, hiernoch einmal wiederhole.

Das naturgemäße Nechtsideal jedes Produzenten, derauf den Absatz (von Gütern oder Diensten) an andere an-gewiesen ist, ist das Monopol; das will sagen: die Frei-heit für sich, der Zwang, die Beschränkung für andere.Wenn er sich für eine andere Ordnung ausspricht, so ge-schieht es, weil er sein Ideal nicht verwirklichen zu könnenglaubt; er willigt in ein Kompromiß, um wenigstens einigesfür sich zu retten, an dessen Erhaltung oder Durchsetzungihm gelegen ist. Das Wesen der Wirtschaftsform entscheidetüber das Ergebnis dieses Kompromisses: das für den

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