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Sozialismus und soziale Bewegung im 19. Jahrhundert : nebst einem Anhang: Chronik der sozialen Bewegung von 1750 - 1896 / von Werner Sombart
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Apostolikum in lutherischer Bearbeitung, Ich will mit einvaar Worten wenigstens auf den Gedankengang dieses Pro-gramms eingehen. Es beginnt mit den Sätzen:Die öko-nomische Entwickelung der bürgerlichen Gesellschaft führt mitNaturnotwendigkeit zum Untergang des Kleinbetriebs, dessenGrundlage das Privateigentum des Arbeiters an seinenProduktionsmitteln bildet. Sie trennt den Arbeiter vonseinen Produktionsmitteln und verwandelt ihn in einenbesitzlosen Proletarier, indes die Produktionsmittel dasMonopol einer verhältnismäßig kleinen Zahl von Kapitalistenund Großgrundbesitzern werden" :c.

Es geht, wie Sie sehen, dieses Programm von demGrundgedanken aus: Die ökonomische Entwickelung voll-zieht sich in einer bestimmten Weise, und darum nun,weil sie sich in dieser bestimmten Weise vollzieht, alle,ene weiteren Dinge, von denen das Programm handelt.Dieser spezifisch marxistische Gedankengang der unmittelbarenAnknüpfung an die ökonomische Umgestaltung ist also der Aus-gangspunkt auch für das Erfurter Programm geworden- Esweist ferner nach, wie aus der ökonomischen Entwickelung derKonflikt in Form von Klassenkämpfen sich entfaltet und schließtdann, daß nur die Verwandlung der Produktionsmittel inGemeineigentum diesen Konflikt lösen könne. Die Thätigkeitder Partei dann, für die das Programm geschaffen ist, faßt dasErfurter Programm in dem Gedankengang des kommunisti-schen Manifests dahin auf- daß die Aufgabe einer politischenPartei keine andere sein könne, als die bestehende ökonomi-sche Entwickelung dem Arbeiter zum Bewußtsein zu bringen.

Die Worte lauten:Diesen Kampf der Arbeiterklasse zueinem bewußten und einheitlichen zu gestalten und ihm seinnaturnotwendiges Ziel zu weisen das ist die Aufgabe dersozialdemokratischen Partei." Was für uns wichtig ist, istdieses: In der deutschen Bewegung vollzieht sich schrittweise,ohne eine Unterbrechung eine vollständige Durchtränkung