II.
Vom utopischen Sozialismus.
„Wir gelangen nur selten anders als durch„Extreme zur Wahrheit — wir müssen„den Irrtum . . zuvor erschöpfen, ehe wir„zu dem schönen Ziele der ruhigen Weisheit„gelangen."
Schiller, Philosophische Briefe. Vorerinnernng.
B. A.! Es wäre seltsam, wenn eine so mächtige Um-wälzung in wirtschaftlichen und sozialen Dingen, wie ich sieIhnen gestern skizziert habe, nicht alsobald ihre Wider-spiegelung gefunden hätte in den Köpfen denkender Menschen.Es wäre wunderbar, meine ich, wenn auf diese Umgestaltungsozialer Dinge nicht auch eine Umgestaltung sozialen Denkens,Wissens und Glaubens erfolgt wäre. Und wir finden dennauch in der That, das; parallel mit jenen Revolutionenim Leben sich in der Sphäre sozialen Denkens grundlegendeWandlungen vollziehen. Es wächst neben der bestehenden,sozialen Litteratur eine neue empor. Die bestehende ist,sagen wir, gegen das Ende des vorigen und den Anfang desjetzigen Jahrhunderts, diejenige Litteratur, die wir als dieklassische Nationalökonomie zu bezeichnen pflegen, die Littera-tur, die nach einer Entwickelung von 150-200 Jahren denhöchsten theoretischen Ausdruck für das Verständnis deskapitalistischen Wirtschaftssystems durch die großen National-ökonomen Adam Smith und David Ricardo gefunden