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hat. Neben dieser, das kapitalistische Wirtschaftssystem er-klärenden Litteratur erwächst nun eine neue, die zunächst dengemeinsamen Grundzng hat, das; sie antikapitalistischist, d, h. also, daß sie sich in einen bewußten Gegensatz zu demkapitalistischen Wirtschaftssystem stellt und die Vertretungihres gegnerischen Standpunktes als ihre eigentliche Aufgabebetrachtet.
Dem unentwickelten Zustande des ökonomischen Denkensentsprechend, ist es zunächst ein buntes Durcheinander vonErklärungen und Forderungen, von Erörterung dessen, wasist, und dessen, was sein soll, worin die neue Litteratur ihreGegnerschaft ausdrückt. Alle unentwickelte Litteratur fängtin dieser tumultuarischen Weise an, ähnlich wie alle unge-schulten Köpfe erst langsam unterscheiden lernen zwischen Er-klärung des Seienden und des sein Sollenden. Und zwarüberwiegt in der jugendlichen neuen Litteratur — ebenfallsbegreiflich! — bei weitem das praktische Element: dasStreben, neue Postulate, andere Ideale theoretisch begründenzu wollen.
Deshalb, wenn wir diese Litteratur im Zusammenhanguns klar machen, und unterscheiden wollen nach ihren ver-schiedenen Nuancen, so werden wir als Unterscheidungs-merkmale füglich die verschiedenen Richtungen wählen, indenen das neue „Sollen" ausgesprochen ist. Alsdanngewahren wir im großen und ganzen zwei Gruppen indieser neuen Litteratur: die reformatorische und dierevolutionäre! das Wort revolutionär nicht in demvulgären Verstände gebraucht, sondern in dem Sinne, denich ihm sogleich geben werde. Eine reformatorische undeine revolutionäre Litteratur, die sich dann so unterscheiden,daß die reformatorische Litteratur prinzipiell das bestehendeWirtschaftssystem des Kapitalismus anerkennt, und auf derBasis dieses Wirtschaftssystems versucht, Aenderungen, Ver-besserungen einzuführen, sei es so, daß kleinere Reformen,nebensächlicher, nicht prinzipieller Art, an der bestehenden