zuteil werden, wenn sie planvoll zu einer Werkverrichtung gestaltet werden.Die Segnungen der Arbeit. Denn es ist ein Segen, der von derArbeit ausgeht. Hier hat der Geist in Wahrheit sein Meisterstück voll-bracht: in der Arbeit ruht der Mensch von seiner Unrast aus und versöhntsich mit dem Jammer dieser Welt. Furchtbar ist der Fluch, der auf demMenschen lastet, der keine Arbeit hat oder dessen Arbeitstätigkeit aufhört,sinnvolle Arbeit, das heißt Werkschöpfung zu sein, wie vielfach im modernenGroßbetriebe.
Die Arbeit ist es aber auch, die erst dem „Vergnügen“ die allein möglicheWeihe dadurch gibt, daß sie es zu ihrem Korrollar, zu ihrem Beiwerk macht.Jeder Feierabend, jede Festtagsfreude bekommt ihren Sinn erst auf demHintergründe der Alltagsarbeit. Deshalb ist das Sinnen und Trachten desGeistes darauf gerichtet, den richtigen Rhythmus zwischen Arbeit und Feiernherzustellen, wie er für immer in den Worten aufzuweisen ist:
„Tages Arbeit — abends Gäste,
„Saure Wochen — frohe Feste...“
Daß der Mensch in sinnvoller Arbeit sein Dasein verbringt, ist letztes Ziel(sofern er nicht gerade in Krieg oder Revolution verstrickt ist). „DerMensch ist nun mal zum Arbeiten da, wie der Ochs zum Pflügen“, meinteFridericus M.
Wenn nun aber an der gewohnten Stelle sich die Möglichkeiten solchersinnvollen Arbeit erschöpft haben, etwa, weil an einer Stelle im Raume zuviele Anspruch auf dieselbe Arbeit machen, dann hält der Geist schon wiederein Auskunftsmittel bereit, dem Übel zu steuern: er führt den Menschen aneine andere Stelle der Erdoberfläche, wo er bessere Gelegenheit zur Arbeitfindet. Er läßt ihn „wandern“. DerMensch allein „w ander t“, dasTier nicht. Tiere werden entweder innerhalb eines an sich geschlossenenVerbreitungsgebietes im Laufe eines oder auch mehrerer Jahre hin- und her-geschoben: Antilopenherden, Lemminge, Zugvögel. Oder — bei „Einwan-dern“ von Tierarten wandert nicht das einzelne Tier, sondern es schiebt sichlangsam das Verbreitungsgebiet, beim Vogel etwa die Nistplätze, im Laufemehrerer Generationen über die bisherige Grenze vor. Vielfach zieht sichdas Verbreitungsgebiet auf der entgegengesetzten Seite entsprechend zu-rück. Es „wandern“ also nicht die betreffenden Tiere im eigentlichen Sinnedes Wortes, sondern sie sterben an gewissen Stellen ihres Gebietes aus undschieben an andern Stellen ihre Wohn- und Futterplätze langsam vor, (ge-trieben: a tergo); der Mensch hingegen „ist aktiv und wirklich ge-wandert“ (mit Zielsteckung: a fronte). „Hier dürfte die einzelne Familieinnerhalb von Wochen und Monaten Meile um Meile zurückgelegt haben.Dann hat sie sich wohl in günstigen Gebieten dauernd aufgehalten, vielleicht