Da ist der Künstler, der seine Werke mit gründlicher Menschenkenntnisaufbauen möchte.
Da ist endlich der Historiker, der die Zusammenhänge der Geschichte mitHilfe der tieferen Einsicht in die menschliche Natur besser zu verstehenglaubt. Sei es, daß er den einzelnen großen Mann in seiner Eigenart er-fassen, sei es, daß er die kollektiven Vorgänge seinem Verständnis näherbringen möchte.
Hier sind es neuerdings vor allem die Kenntnisse von den Rassen-merkmalen, auf die mit Recht großer Wert gelegt wird, denn man hatjetzt (wenigstens in Deutschland) allgemein erkannt, was früher nur wenige-wußten, daß der Rasseneinfluß auf die Gestaltung der Kultur von großerBedeutung ist. Ich spreche über die Verwendung des Rassegedankens zuwissenschaftlichen Zwecken ausführlicher im dritten Teil dieses Buchestsiehe das 22. Kapitel!
3. Ideologische, d.h. Ideen bildende Bedeutung kann die Menschen-kenntnis gewinnen, wenn auf ihr bestimmte Ideale aufgebaut werden. Markdenke an Platons Staat, der eine Utopie blieb oder an den Konfuzia-nischen Chinesenstaat, der eine gewaltige Wirklichkeit geworden ist. Auchhier ist die Kenntnis der Rassenmerkmale eine ergiebige Quelle neuer undkühner Zielsetzungen geworden, sei es, daß man von der Herkunfts- odervon der Hinkunftsrasse ausgeht.
III
Die vorstehenden Ausführungen über die verschiedenen Möglichkeiten,.Menschenkenntnis zu verwenden, mußte ich machen, um die Grundlage zu.gewinnen, auf der wir imstande sind, die Frage zu beantworten: welches derErkenntniswert der verschiedenen Formen der Menschenkunde ist.
Wir haben im Laufe der Darstellung drei verschiedene Wege kennen-gelernt, auf denen man zur Menschenkenntnis glaubt gelangen zu können::die Alltagserfahrung, die Wissenschaft und die Metaphysik: den ersten Weg'geht der Menschenkenner, den zweiten der Menschenwisser, den dritten derMenschenseher, der über alle Erfahrung hinaus die Geheimnisse der mensch-lichen Seele zu enthüllen sich anheischig macht.
In den Bereich der metaphysischen Psychologie gehört z. B. alles, waswir neuerdings als „Tiefenpsychologie“ bezeichnen hören und was maufrüher „Philosophie des Unbewußten“ nannte. Denn überall, wo das „Un-bewußte“ anfängt, hört das rationale Erkennen, sei es natur-, sei es geist-wissenschaftlicher Art, auf und fängt das Rätselraten an.
Wir können die metaphysische Psychologie ausschalten, wenn wir in