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Vom Menschen : Versuch einer geistwissenschaftlichen Anthropologie / Werner Sombart
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lui ä son logis et ä ses habitudes, pret ä pousser jusqu au bout du inonde et ätout oser... aujourdhui lennemi döclarö de tout obeissance, demain mettantä servir une Sorte de passion que les nations les mieux douees pour la servitudene peuvent atteindre . . . apte ä tout, mais nexcellant que dans la guerre'adorateur du hasard, de la force, du succes, de leclat et du bruit plus que de lavraie gloire, plus capable dheroisme que de vertu, de genie que de bon sensepropres ä concevoir diinmenses desseins plutöt quä parachever de grandes entre-prises: la plus brillante et la plus dangereuse des nations de lEurope, et 1 amieux faite pour y devenir tour ä tour un objet dadmira-tion, de haine, de pitie, de terreur, mais ja mais dindiffe-r e n c e . .

Über Deutsche sollten nur Deutsche urteilen; sie sind (wenn es echte Deutsche sind) die einzigen Unparteiischen, und sie allein wissen in den Untiefen der deut-schen Seele genau genug Bescheid, um über sie reden zu können . . .

Hören wir einige Stimmen hervorragender Deutscher (und beachten wir dieZeit, in der sie sprachen!). Lichtenberg (Ges. Schriften Bd. II, S. 118 ff.):

Sagt, ist noch ein Land außer Deutschland, wo man die Nase eher rümpfenlernt als putzen?

Der Charakter der Deutschen in zwei Worten: patriam fugimus.

Die Deutschen lesen zuviel. Darüber, daß sie nichts zum zweitenmal erfindenwollen, lernen sie alles so ansehen, wie es ihre Vorfahren angesehen haben. Derzweite Fehler ist aber gewiß schlimmer als der erste.

Keine Nation fühlt so sehr als die deutsche den Wert von anderen Nationenund wird leider (!) von den meisten wenig geachtet, eben wegen dieser Biegsam-keit. Mich dünkt, die anderen Nationen haben recht: eine Nation, die allen ge-fallen will, verdient, von allen verachtet zu werden. Die Deutschen sind es auchwirklich so ziemlich. Die Ausnahmen sind bekannt und kommen nicht in Be-tracht, wie alle Ausnahmen.

Warum gibt sich nicht leicht jemand, der es nicht ist, für einen Deutschen aus, sondern gemeiniglich, wenn er sich für etwas ausgeben will, für einenFranzosen oder Engländer?

Der deutsche Gelehrte hält die Bücher zu lange offen und der Engländermacht sie zu früh zu.

Herder hat aus seiner verbitterten Stimmung heraus oft sehr harte Worteüber die Deutschen gesprochen. Ich denke an das Gedicht:Der deutscheNationalruhm, das in der Ausgabe von Supan Band 18 Seite 208 S. abgedrucktist. Es hieße aber nicht im Sinne des großen Mannes handeln, wollte man dieseÄußerungen des Unmuts aus der Verborgenheit, in der sie stehen, herausziehen.Sie sind durch Worte der starken Liebe Herders zu seinem Volke, der ja imGrunde auch jene strafenden Reden entsprungen sind, bei vielen Gelegenheitenin ihrer Schärfe ausgeglichen worden. Man höre etwa die folgenden Äußerungen:Und so blieb Deutschland , was es über ein Jahrtausend gewesen (ist) undgroßenteils noch ist; ein Reich, das seine eigenen Kräfte nicht kennet, ein Volk,das alles andere, nur sich nicht achtet, eine Nation, die durch tausendjährigeTreue, durch Fleiß und Erfindung in allen Arten noch nicht dahin gekommen ist,sich die Hochachtung ihrer Regenten zu erwerben und sich eine Regimentsver-fassung, ihrer wert, zu gründen. Ideen, Zusätze und Nachträge zum 18. Buch.Ed. Supan 14, 569.