„Das kurze (?) Aufblühen der Rassekreuzung hat mit der Vermischung derRassefaktoren nichts zu tun. Die Bindung der Leistungen an einige wenigeaußergewöhnliche Persönlichkeiten beweist nur das Vorliegen rein indivi-dueller Momente... als ,Luxuriren der Bastarde 1 der Rassenkunde ein alt-bekanntes Phänomen 214 ).“
Der geniale Schöpfer der pessimistischen oder sagen wir lieber — seinenIntentionen entsprechend — der tragischen Rassen-Mischungstheorie, aufdem alle späteren Niedergangs-Theoretiker in Frankreich (La Pouge), inDeutschland (Ammon u. a.), in den Vereinigten Staaten (Madison Grant u. a.)fußen, ist Graf Gobineau mit seinem bekannten Werke „Essai sur l’in-egalite des races humaines“, das 1853 bis 1855 erschien, anfangs wenigbeachtet wurde und erst durch Richard Wagner eine weitere Verbrei-tung erhielt. Tragisch nannte ich seine Auffassung, weil sein Grundgedankeder ist, daß die Menschen mit innerer Notwendigkeit Kreuzungen mit frem-den Rassen eingehen, ohne die sie unfruchtbar blieben, daß aber diese Kreu-zungen sie in ihr Verderben führen.
Aber diese allgemeine Fassung wird dem Werke des Grafen Gobineau wohl kaum gerecht. Weil dieses die Epopöe eines einzigen Menschenstammes,der nordischen, blonden Rasse ist und deren Schicksal allein verfolgt. DieseGöttersöhne, deren Wandel über die Erde, deren Wachsen, Blühen undWelken der einzige Inhalt der Geschichte ist, vermischen ihr edles Blut, umselbst zur Entfaltung zu gelangen, mit farbigem Blut, Blute der gelben undder schwarzen Rasse (wodurch allein sie in den Vollbesitz ihrer Kräftegelangen, z. B. zur Kunst befähigt werden): „il existe —■ en faveur des racesles mieux doudes une loi d’attraction, ä la quelle elles obeissent: et dans cecis seulement elles forment un peuple d’dlite, un peuple souverain, armdcomme tel d’une propension marquee ä se meler ä un autre sang 215 ).“ Unddiese Neigung des edlen Volkes, sich mit andern zu mischen, führt es insVerderben: „J’ai indique la double loi d’attraction et de rdpulsion qui presideaux melanges ethniques, et qui est, dans sa premiere partie tout ä la foisl’indice de l’aptitude ä la civilisation chez une race et l’agent de sa ddca-dence“; also: „la civilsation est une decadence, des qu’elle depasse uncertain degrd rudimentaire“, schlußfolgert der geistvolle Biograph Gobi -n e a u s aus den Worten des Grafen mit Recht 216 ). Nach den drei Zeitaltern:dem der Götter, dem der Heroen und dem des Adels, kommt das Zeitalter derallgemeinen Gleichheit (dgalite universelle). Es ist das Zeitalter der defini-tiven Vereinigung des Blutes. In ihm werden die Menschen zwar noch einDrittel weißes Blut haben, aber es wird durch unzählige Mißheiraten ver-unreinigt sein. Das Ende der Menschheit erblickt Gobineau in folgendemBilde, mit dem er sein Werk schließt: „les troupeaux humaines accablds