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auf und davon machen solle. Die innere Ratlosigkeit verbarg erunter barschen Formen, und da er von jeher ein gefürchteter Vor-gesetzter gewesen war, hemmte er durch sein Ansehen die Selbst-tätigkeit seiner Untergebenen, wo diese sich etwa regen wollte.
Auch die Einwohnerschaft zeigte sich der geschlagenen Armeenur wenig willfährig.
Hohenlohe, der, seit er aus der ersten Betäubung nach derNiederlage erwachte, wieder unermüdlich tätig war, sah schnell ein,daß nichts übrig blieb als der fortgesetzte Rückzug nach Stettin hinter die Oder. Der nähere Weg über Berlin auf Küstrin hättegewählt werden können, wenn die Truppen noch großer Marsch-leistungen fähig gewesen wären, ohne die Ordnung zu verlieren,sie auch ein Zusammentreffen mit den Verfolgern nicht zu scheuenbrauchten. Aber beides mußte vermieden werden. Weg und Zielwaren danach richtig gewählt.
Der übereilte Abmarsch brachte natürlich große Übelstände mitsich. Zahlreiche Truppentrümmer blieben willkürlich oder ausUnkenntnis zurück. Auf 9000 Mann hatte der Fürst die nurschwache Besatzung verstärken wollen. Statt dessen fanden sichspäter bei der Übergabe des Platzes 24000 Mann darin vor. Um15 000 Mann stärker, als es wirklich geschah, hätte das Heer ab-marschieren können, und diese Vermehrung der Kräfte wäre vonBedeutung gewesen. Sie hätte durch ihr Gewicht die Besorgnisvor neuen Kämpfen gemindert.
Blücher führte inzwischen seinen Marsch um den Harz herumrüstig fort; langsamer folgte ihm der Herzog von Weimar . Beidehatten in Wolfenbüttel eine Zusammenkunft und beschlossen, dasie Magdeburg vor dem Feinde nicht mehr erreichen konnten, überStendal zu marschieren und die Elbe bei Sandau zu überschreiten.
Der Marsch Hohenlohes am rechten Elbufer ging anfänglichgut vonstatten. An der Magdeburger Brücke hatte ein General-stabsoffizier die vorüberziehenden Truppenteile notiert und ihnenMarschrichtung und Unterkunft angewiesen. Einige Ordnung kamin den Wirrwarr. Vom Feinde war nichts mehr zu sehen. Muratmit seiner Kavallerie und die Korps von Soult und Ney waren