Druckschrift 
1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
Entstehung
Seite
411
Einzelbild herunterladen
 

Schwarzenbergs Rückzug auf Troyes . Blücher bei Mery 411

Vormarsch nach Osten sollte von allen Kräften ungesäumt fort-gesetzt werden, Augereau, der bei Lyon gestanden, in den Rückender Verbündeten vordringen, um sie ihrer Verbindungen wegenbesorgt zu machen. Die Deckung der nördlicheren Straßen nachParis blieb Marmont und Macdonald überlassen. Maison sollteBülow festhalten. Am 19. wurde die Seine überschritten.

Die verbündete Hauptarmee wich in den folgenden Tagen aufMery und Troyes zurück. Blücher hatte sein Eintreffen bei Merymit S3 000 Mann und 300 Geschützen für den 21. Februar inAussicht gestellt, und er hielt Wort. Von diesem Tage ab wären150 000 Mann mit einer zahlreichen Artillerie auf der nur wenigüber 30 Kilometer messenden Front MeryTroyes in der Handdes Oberbefehlshabers vereinigt gewesen, um gegen den Kaiser, deralles in allem doch nur 6070000 Mann zusammenbringenkonnte, den vernichtenden Schlag zu tun, der den Krieg auch jetztwieder hätte beenden können. Aber Schwarzenberg zögerte undhatte Bedenken. Als nun die Kunde von Augereaus Vordringendie Saone abwärts, anderer französischer Kräfte gegen Genf um-lief, und der kühne Kasakenführer Seslawin, der bis Orleans ge-streift und die Stadt zur Übergabe ausgefordert hatte, ganz über-triebene Nachrichten von Napoleons Truppenstärke brachte, da fielenalle Pläne für eine Entscheidung. Colloredo wurde nach Dijon gegen Augereau entsandt, der Rückzug der Hauptarmee auf dasstrategisch so beliebte Plateau von Langres beschlossen. Schwarzen-bergs Gründe dafür klingen im einzelnen annehmbar; sie reden dieSprache des überlegenden und gelehrten Soldaten. Es wird aberbei allen übersehen, daß die vielen Schwierigkeiten, von denenimmerfort die Rede ist, am einfachsten gelöst worden wären, wennman mit der vorhandenen, mehr als doppelten Übermacht den Feindangegriffen und vernichtet hätte. Nicht wer die Umstände am schärfstenerwägt, sondern wer die Gelegenheiten am frischesten ergreift, zwingtim Kriege das Glück in seinen Dienst. Die Kühnheit darf freilichnicht in Unbesonnenheit ausarten.

»

»

Blücher war nicht nur, wie er verheißen, bei Mery erschienensondern auch mit den ankommenden Franzosen schon in den Kampfgetreten. Er tat, als ob er gar nicht geschlagen worden wäre, undseine Armee machte es ebenso. Auch zur energischen Offensive wäre