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schcidnng, von der in derStiftungsurkuudc der Gehe-Stiftung kein Wortsteht. Und weiterhin bringt es bei jenen das schulmäßige Zusammcn-cirbeiten niit sich, daß nicht zu ungleich Vorgebildete zugelassen werdenkönnen, wie ja dort auch die Erreichung eines bestimmten durch eine Ab-gangsprüfung festgestellten Bildungsziclcs erstrebt wird, — lauterDinge, wovon die Gehe-Stiftung nichts weiß, ja wovon sie geflissentlichabsehen würde, weil sie auch nicht den Schein erwecken will, als er-strebe sie eine Concurrenz mit den staatlichen Lehranstalten undDiplomprüfungen.
War durch diese Erwägungen die Gestaltung der Bildungsanstaltin den allgemeinsten Umrissen gegeben, so blieben noch die Fragen nachden Gegenständen und der Methode des Lehrens und Lerucus zulösen.
Daß die ersteren im Allgemeinen die sogenannten Staatswissen-schaften zu bilden hatten, verstand sich ohne Weiteres von selbst. Da-gegen würde es verfehlt gewesen sein, lediglich die ans den Universitätenaus diesem Wissensgebiete vorgetragenen Gegenstände und die dortübliche Lehrmethode auf die Gehe-Stiftuug zu übertragen,- denn daswürde uach der einen Richtung hin ein Zuviel, nach der anderenhin ein Zuwenig bedeutet haben, — zuviel insofern dort ge-wissen Gegenständen ein oder ein paar Semester hindurch täglicheine bis zwei Stunden gewidmet werden, während hier, wo nur auf dieMußestunden der Hörer reflectirt werden kann, über das Maaß voneiner bis zwei Stunden wöchentlich nicht hinausgegangen werdendurfte) zu wenig, indem auf den Universitäten die Staatswissenschaftenvorzugsweise auf ihrem Zusammenhange mit der Beamtenbildnng, mitanderen Worten als ein Annexum der juristischen Berufsbildung ange-sehen und infolge dessen auf einen sehr engen Kreis von Gegenständenbeschränkt werden. Für die Gehe-Stiftuug, welche mit ganz anderenBedürfnissen zu rechuen hatte, war dort Einschränkung des Maaßes,hier Vermehrung der Lehrobjecte geboten.
Auf eins mnßte man sich freilich von vornherein gefaßt machen,daß es nämlich nicht möglich sein werde, letztere sogleich in wünschens-wcrther Vollständigkeit vorzuführen. Dazu fehlten einerseits die Lehr-kräfte, andererseits die aufnahmewilligen Hörer. Jene mußten erst,wie sich die Gelegenheit bot, gesucht, diese allmählich herangezogenwerden.