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Weltwirtschaft und Volkswirtschaft / von Heinrich Dietzel
Entstehung
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Diese Rücksichtnahme, welche, ehe sie zur Vorschrift wurde, schonvou Anfang an thatsächlich geübt wurde, entlastete die Gehe-Stiftnngvon der Einbeziehung eines Wissensgebietes, welches, beiläufig bemerkt,in der Reichstagsbiblivthek einen bedeutenden Raum einnimmt, uämlichder Geschichte. Hierin durfte sich die Gehe-Stiftuug im Hinblick aufdie ausgiebige Pflege, welche der Geschichte in der nach dieser Richtungberühmten Dresdner Königlichen Bibliothek zu Theil wird, äußersteBeschränkung auferlegen. Aehulichcs galt von der Statistik im Hin-blick ans die Bibliotheken der genannten zwei statistischen Aemter.

Aber auch bei dieser Beschränkung war an eine planmäßig durch-geführte gleichmäßige Vertretung der verbleibenden Fächer nicht zudenken. Es kam, um praktisch baldmöglichst einen Anfang machen zukönnen, vor Allem nur darauf an, den Rahmen für das Gauze festzu-stellen und von dcmselbeu vorerst soviel auszufüllen, als sich in kürzesterZeit leisten ließ. Das Erstere geschah durch Annahme des vom Ver-fasser eutworfeneu und im ersten Programme der Gehe-Stiftung ab-gedruckten Generalplans, das Zweite durch bestmöglichste Benutzung dersich darbietenden Gelegenheiten zur Vervollständigung der vom Ver-fasser anfänglich dargeliehenen, später schenkungsweise überlassenen Privat-bibliothck. Herr Dr. Jvh. Frantz, jetzt Bibliothekar an der König-lichen Bibliothek in Berlin , unterzog sich der Herstellung eines systema-tischen Zettelkatalogs, uud so wurde es möglich, vier Woche» nach Be-ginn der Vortrüge der Gehe-Stiftung, am 7. Februar 1885, dem Publi-kum wenigstens die etwa 4-5000 Bände zählenden Anfänge einerstaatswissenschaftlichcn Fachbibliothek und ein etliche fünfzig fachwissen-schaftliche Periodiea umfassendes Lesezimmer zu bieten. Heute zähltdie Bibliothek über 50 000 Schrifteil. Im Lesezimmer liegen 174Periodiea aus und ihre Zahl würde um die Hälfte größer seiu, wenuder Raum die Auslegung aller gehaltenen Zeitschriften und Fortsetzungs-werke gestattete.

Ihrem wachsenden Umfange entsprechend und in viel stärkerenProportionen, als der Besuch der Vorträge, ist die Benutzung der Biblio-thek gestiegen. In den ersten 10'/z Monaten (bis Schluß des Jahres1885) haben die Stiftuugsbibliothek nur 56 Personen zum Entleiheilvon Büchern benutzt. Die Zahl der verliehenen Bücher betrug 231.In einer zweiten gleich langen Periode (bis Michaelis 1886) stieg dieZahl der Entleiher auf 117, die Zahl der entliehenen Bücher auf 594.Die Zahl der am Schlüsse dieses Zeitabschnitts in den Händen des