Elcktrizilatslcln'e um 1800,
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bis 1798) aufgestellt worden, dessen Froschexperimente 1792bekannt gemacht und durch eine im Jahre darauf herausgegebeneÜbersetzung der Originalschrift weitereu Kreisen näher gerücktwurden. Man weiß, daß A. Volta (1745 — 1822), der sichursprünglich mit Begeisterung auf Galvanis Seite gestellt hatte,nach und nach die Mitwirkung des tierischen Muskels als etwasganz Zufälliges und Gleichgültiges betrachten lernte und an dieStelle dieser Hypothese eine solche von rein physikalischem Charaktersetzte: Elektricität entsteht immer dann, wenn sich zwei verschieden-artige Metalle berühren. Bald galt, nachdem der Aufban derVoltaschen Säule ein Mittel zur Erzeugung sehr starker elektrischerKräfte an die Hand gegeben hatte, die Streitsrage als im Sinne desjüngeren Forschers entschieden, obwohl man pietätvoll auch denNamen des älteren in dem Worte Galvanismus verewigte. Erstein halbes Jahrhundert später hat dann E. Du Bois-Neymond(1818—1896) das entscheidende Wort gesprochen nnd außer Zweifelgesetzt, daß, so unstreitig auch Volta mit seiner Theorie der selb-ständigen Kontaktelektricität im vollen Rechte war, doch auch inder That der animalische Körper von in ihm entstandenen elek-trischen Strömen durchdrungen wird. Erst das neue Jahrhundertsollte überhaupt des wahren Wesens der nenen Energiequelle voll-stündig inne werden und den ungeheuren Einfluß kennen lernen,welchen deren Studium auf fast alle Teile der exakten Wissen-schaften auszuüben berufen war.
Unter ihnen steht die Chemie in der vordersten Reihe, aberdazumal wäre gewiß nur wenigen vergönnt gewesen, einen solchenZusammenhang nur zu ahnen, geschweige denn klar zu übersehen.Weit mehr noch als die Physik steckte diese Wissenschaft in ihrenKinderschuhen, und es war noch gar nicht lange her, daß siedie Bande gelost hatte, durch welche sie ehedem mit Magie,Alchymie und allen möglichen Geheimkünsten verquickt und an derEntfaltung ihrer inneren Kräfte verhindert gewesen war. ImJahre 1760 gab die medizinische Fakultät der Universität Jngol-stadt ein Gutachten des Inhaltes ab, daß experimentelle Vorträgeüber Chemie für die Studierenden überflüssig seien, weil die„Arcana", mit Einschluß des Goldmachens, auf „eitel Prahlerei"