Bestimmung der Fixstcimparattcixen,
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strumentfehlern zu befreien. Die Art und Weise, wie Bradleyim Jahre 1762 seinen Sternkatalog — 3222 Positionen — her-gestellt hatte, mußte als mustergiltig und vorbildlich gelten, undwirklich knüpfte an ihn, den er „den unvergleichlichen Mann"nannte, die erste größere Arbeit Bessels an. Die ..^uuclamsntaastronomias" von 1818 und die „^avnlas R,eZioiuoiitg.i^s" von1830 geben die Summe einer rastlosen und erfolgreichen Bemühungin diesem Sinne wieder. Was der Meister noch nicht selbst zuvollenden imstande war, überließ er seinem Lieblingsschüler Arge -land er, dessen dann bei späterer Gelegenheit einläßlich zu ge-denken sein wird/
Eiue zweite fundamentale Untersuchung folgte der ersten, undauch sie stellt in den Annalen unseres Faches einen Markstein dar.Es handelte sich um die sogenannte Fixsternparallaxe, d. h. umdie Frage, ob durch den gewaltigen Zwischenraum, der die Örterder Erde an zwei um ein halbes Jahr auseinanderliegenden Ter-minen trennt, eine gewisse Verschiebung der Gestirne bedingt istoder nicht. Bereits Coppernicus hatte gefühlt, daß, so langeeine solche Ortsveränderuug nicht festgestellt ist, sein Satz von derjährlichen Bewegung der Erde des eigentlichen Beweises entbehre,und als im 18. Jahrhundert die Beobachtungsmethoden sich ver-feinerten, fing das Suchen nach Parallaxen zu den Lieblings-beschäftigungen der Astronomen zu gehören an. Bradley, Piazzi,G. Calandrelli (1749 — 1827), vor allem I. Brinkley inDublin (1763—1835) sind hier in vorderster Reihe zu nennen,und zumal der letztgenannte glanbte seiner Sache ganz sicher zusein, allein die mauerfest auf ihr Ziel gerichteten Fernrohre Pondsergaben anscheinend absolute Stabilität der Fixsterne, und so warnoch 1824 das Ergebnis ein durchaus ungünstiges. Damals tratF. G. W. v. Struve (1793—1864) an das Problem heran; seit1817 Direktor der trefflich ausgerüsteten Dorpater Sternwarte,hatte er sich frühzeitig in den Besitz eines FrauuhoferschenRefraktors gesetzt und durfte so hoffen, daß, wenn überhaupt einErfolg im Bereiche der Möglichkeit liege, ihm derselbe zufallenmüsse. Seit 1824 beobachtete Struve hauptsächlich die DvPPel-sterne, und diese meist lichtschwachen Objekte hat er uns ja, zu-