Forschungen von Lnmont,
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Lamont (1805—1879) war zu Braemar geboren und kam alsKnabe in das Kloster der Schottenmönche zu Regcnsburg, derentraditionelle treffliche Erziehung ihm zu teil ward. Schon 1827wurde er Assistent des Obersteuerrates I. v. Soldner (1777 bis1833), dem, als Leiter der bayerischen Katastervermessung, auchdie Borstandschast der mehrerwähnten neuen Sternwarte in Bogen-hausen übertragen war; von 1835 an Konservator, übernahm erdie Direktion uud die mit ihr verbnndene Professur der Astronomiean der Universität München im Jahre 1852. In seiner früherenZeit hat Lamont, der später den bayerischen Verdienstadel er-hielt, sehr wertvolle astronomische Arbeiten geliefert, doch gehörtesein Interesse mehr noch der Geophysik. Ihm sind unter anderemdie ersten rationellen Messungen über die Wärmebewegung inden oberen Schichten des Erdbodens zu danken, wosür ersein zweckdienliches Bodenthermometer konstruierte. Seine meteo-rologischen Leistungen fallen der Hauptsache nach in einen späterenZeitabschnitt. Gerade seine jüngeren Jahre aber waren erfülltvon ausgedehuteu Studien über den Erdmagnetismus, dessenKenntnisnahme sein in der Litteratur einzig dastehendes „Hand-buch des Erdmagnetismus" (Berlin 1849) wesentlich erleichterte.Größere Reisen durch Deutschland , in erster Linie natürlich durchBayern , führten zn einer erstmaligen magnetischen Landes-aufnahme, und Lamonts Borgeheu ist für ausländische Forschervorbildlich geworden. Da in solchen Fällen die Mitführung größererApparate sich von selber verbot, so kam der neue magnetischeReisetheodolit mit Recht zu besonderer Ehre, denn sehr leichtkonnte mau mit dessen Hilse Mißweisung, horizontale und vertikaleIntensität bestimmen, und die beiden letzteren ergaben wiederumdie Inklination. Von den „Annalen für Meteorologie, Erd-magnetismus und verwandte Gegenstände", welche Lamont imVereine mit Grunert, Koller, Kreil, Plieninger, Stieffelund Quetelet herausgab, sind leider nur vier Hefte (1842—1844)erschienen, gerade genug, um das baldige Wiedereingehen der Zeit-schrift lebhaft bedauern zu lassen.
Von den Mitarbeitern, deren Namen soeben genannt wordensind, geben zwei uns Veranlassung, ihrer etwas eingehender zu