Phaenologie und meteorologische Instrumente,
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Verteilung hoffte man solchergestalt bcikommen zu können, aberder Erfolg blieb aus. Die Verhältnisse sind thatsächlich viel zuverwickelt, als daß ein einfacher mathematischer Ausdruck ihrerVielgestaltigkeit zu genügen vermöchte. Mehr Vorteil haben derKlimatologie die pflanzengeographifchen Untersuchungen einesG. Wahlenberg (1780—1851) nnd I. Schouw (1789—1852)gebracht; die „Beiträge zur vergleichenden Klimatologie" (Kopen-hagen 1827) des dänischen Botanikers zeigen recht augenfällig, wiesich hier anorganische und organische Naturwissenschaft die Handreichen. Nicht minder klar tritt dies hervor in der sogenanntenPhaenologie, wie C. F. A. Morren in Lüttich (1807—1858)die Lehre von den periodischen Lebensbethütigungen der Pflanzegenannt hat. Seit Sinne nnd L. Cotte (1740 — 1815) gab esFlorenkalender, aus denen man ersehen konnte, um welchemittlere Zeit, also auf Grund eines wie starken Wärmeempfangesdie vegetative Entwicklung an einer ihrer großen Etappen oderPhasen angelangt war, und v. Buch war der Meinung, daßnur durch phänologische Erwägungen die Ziehung einer Grenzezwischen Nord- uud Süddeutschland ermöglicht werde. Aber erstspäter sollte diesem klimatologisch-biologischen Grenzgebiete die ihmgebührende wissenschastliche Würdigung zu teil werden.
Ungemein rege war in unserem Zeiträume die den meteoro-logischen Instrumenten zugewandte Ersinderthätigkeit. Es ent-standen verbesserte Metallthermometer und Metallbarometer(Aneroide), und damit war die Möglichkeit gegeben, Berghöhenweit leichter und schneller, wenn anch nicht mit der gleichen Sicher-heit, zu messen, als dies mittelst des schwieriger transportablenQuecksilberbarometers geschehen konnte. Die Laplacesche Formelhatte L. F. Ramond de Carbonnieres (1753—1827) für denGebrauch zugerichtet, indem er zugleich durch Beobachtungen inden Pyrenäen und im französischen Mittelgebirge die barometrischeKonstante neu ermittelte. Zum barometrischen Höhenmessenwar durch Wollaston, Ure und zumal durch I. W. Giutl(1804 —1883) auch das thermometrische hinzugefügt worden,welches für die Kontrolle des erstgenannten Verfahrens unentbehr-lich ist. Das Daniellsche Hygrometer nnd das Auguftsche