siebentes Kapitel.
Mineralogie und Krystallographiebis Bravais.
Die Lehre von den Mineralien, eine der Grundwissenschaftensür richtige Begreifung der anorganischen Natur, war frühertrockene Nomenklatur und Systematik gewesen. Wir sahen, wieHany ganz neue Gedauken in dieselbe hineintrug, indem er ausder Verhüllung den die Mineralspezies bestimmenden Krystallkvrperherausschälte und durch Aufbau aus gleichartigen Atomen zu er-klären suchte. Zumal die Franzosen blieben ihrem Meister treu,und I. A. Monteiro (geb. 1758, gest. ?), Cordier, F. I. Soret(1795—1866) haben in seinem Geiste fortgearbeitet. Auch darf dermoderne Historiker rnhig anerkennen, daß Hauys Vorgehen vongroßer hodegetischer Bedeutung war, und daß das Auftreten seinesdeutschen Nachfolgers, mochte auch die Auffassung beider Männernicht selten eine recht verschiedenartige sein, ohne jene Vorbereitungnicht wohl denkbar erscheint.
Der erste ganz dem neuen Jahrhundert angehörende Krystallo-
graph war C. S. Weiß (1780—1856), seit 1810 Professor der
Mineralogie an der neu geschaffenen Berliner Hochschule und als
solcher vortrefflich geeignet, einer von den Deutschen noch wenig
gekannten SpezialWissenschaft Eingang zu verschaffen. Die in den
Jahren 1804 bis 1810 vollzogene Bearbeitung von Hauys „Iraits
äs minsraloZik" bildete die strenge Schule des deutschen Gelehrten,
dessen naturwissenschaftlich - philosophisches Glaubensbekenntnis dem
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