148 VIII. Die Physik im Zeitalter vor Entdeckung des Energieprinzipes.
Seite des Gegenstandes die vorwaltende, indem sowohl Aknstik wieOptik die Beschäftigung mit den inneren Gestaltveränderungennahe gelegt hatten. Poisson und Cauchy waren auch hier dieWortführer. Allerdings uur teilweise wurden die von ihnen er-mittelten Verhältnisse der Längenansdehnung zur Querverkürzuugstabförmiger Körper durch die Versuchsreihen Cagniard deLatours und Wertheims bestätigt. Seit 1844 arbeitete ausdiesem Gebiete mit großem Erfolge W. Wertheim (1815—1861),dessen zum Teile in Verbindung mit I. Chevandier (1810 bis1878) veröffentlichte Abhandlungen die Begriffe Elastizitäts-kosffizient, Elastizitätsmodul, Elastizitätsgrenze wissen-schaftlich fixiert nnd auch über die Abhängigkeit der Schnellkräftig-keit von der Temperatur Anfklärung gegeben haben.
Die Hydrostatik uud Hydrodynamik waren im Verlaufedes 18. Jahrhunderts aus rohen Anfängen zu exakten Wissen-schaften erhoben worden, nnd es ist ganz verständlich, daß demAufschwünge nunmehr eine Pause folgte, während deren beträcht-liche Fortschritte nicht zn verzeichnen sind. Nur die technischeMechanik war darauf aus, die theoretischen Untersuchungen fürihre Zwecke zu verwerten. C. L. M. H. Navier (1785—1836)war (1825) der erste, der die Bewegung einer strömenden Masseunter Beachtung der bisher ganz vernachlässigten Adhäsionstudierte, welche zwischen Flüssigkeit und Nöhrenwandnng obwaltet;durch L. G. Brugnatelli (1761—1818), G. Carradori (1758bis 1818) und Guyton de Morveau , welcher irrigerweise hiereine Äußerung chemischer Verwandtschaft vermutete, waren dieEigenschaften des Aneinanderhaftens von festen und flüssigenKörpern soeben zu erforschen begonneil worden, hauptsächlich in demSinne, ob das Abreißen einer Metallplatte von der Flüssigkeitsober-fläche mehr oder weniger Kraft erfordere. In etwas späterer Zeitbegann der Freiberger Technologe I. Weisbach (1306—1871)mit der Anstellung jener Beobachtungsreihen über den Ausflußsowohl des Wassers als auch der atmosphärischen Luft aus Röhreu,sei es daß dieser ungehindert erfolgt oder durch Schieber, Klappenund Ventile reguliert werden soll. Besonders wichtig erschien vomphysikalischen Standpunkte aus die Zusammenziehung des